August ist bei uns traditionell der Monat der Sommerferien. Ende Juli, Schule aus, und alles fährt runter, wird ruhiger, leiser. Um dann Anfang September wieder hochzufahren. Ich beobachte das jedes Jahr. Find ich spannend. Aus meiner tiefenökologischen Ausbildung kenn ich das: Je weniger äußere Reize, desto mehr innere Bewegung. Genau das war dieser August.
Dieses Jahr kam die Superhitze dazu. Die hat mich immer wieder ins Haus gezwungen, noch nicht in Urlaub. Wir vertragen diese Hitze draußen im Camper nicht so gut. War aber gar nicht schlimm. Jeden Morgen früh raus, im See baden. Hinterher noch ein Kaffee. Nach und nach schlossen die Cafe´s für die Sommerpause. Mit der Zeit haben wir einige Leute kennengelernt, die sich immer wieder zu ähnlicher Zeit treffen. Deshalb war es interessant zu hören, wer wohin geht und was er vorhat. (klarer Süditalien-Schwerpunkt). Dazu dann die Vorfreude: wir sehen uns im Herbst hier wieder, dann erzähl ich Dir…..
Ende Juli, als es schon so heiß war, waren wir bei einem Familiengeburtstag auf einem Campingplatz. Haben die Hitze getestet. Der Platz hat mir entgegen der Beurteilung im Internet überhaupt nicht gefallen. Selten, dass ich auf so einem „schrägen“ Campingplatz war. Und ich war nicht die Einzige – aus der Großfamilie, zwanzig Leute, gab’s ganze Geschichten dazu. Ich hab eine Google-Bewertung geschrieben. Und war baff, mit welcher Vehemenz die sich dagegen gewehrt haben – Anwaltsdrohung stand gleich mit im Raum. Gelöscht, angeblich nicht nachprüfbar, ob ich dort war. Als hätt ich mir das aus der Luft gegriffen.
Meine Freundin dagegen versucht seit Langem, eine Google-Bewertung löschen zu lassen – von einer Frau, die nie ihre Kundin war. Und tut sich nix. Die einen bekommen unliebsame Wahrheiten mit Vehemenz weggeklagt. Die andere bleibt einfach auf der Lüge sitzen. Nicht wert, mich da reinzuhängen, hab ich gedacht. Aber ehrlich, es ärgert mich doch.
Auch die Kunden ziehen sich im August bei uns in Baden-Württemberg zurück. Erst Mitte September geht’s wieder los. August ist bei mir traditionell auch so ein Monat für den Rückblick übers Jahr. Was ist gelaufen, was will ich bis Weihnachten noch erledigen. Bis das Jahr wieder rum ist.
Ich hab mich viel mit der Summer Blogging School von Judith Peters beschäftigt. Und bin völlig fasziniert, was die KI im Alltag alles erledigen kann. Wie sie mich unterstützt. Gleichzeitig auch etwas erschrocken, weil ich meinen Dienstleister nicht mehr brauche, sondern einfach Claude frage. Nicht, dass immer alles reibungslos läuft. Aber einiges funktioniert schon richtig gut. Ich hab mich anfangs selber lustig gemacht: Die KI arbeitet, und ich sitz daneben und stricke Socken. Zwischenzeitlich hab ich rausgefunden, wie ich die KI an mehreren Stellen gleichzeitig laufen lassen kann. Bleibt fürs Sockenstricken kaum noch Zeit. Sonst musste ich immer warten, bis sie fertig war. Jetzt lass ich einfach den nächsten Auftrag parallel im nächsten Fenster laufen.
Ich bin in der Faszination von KI drin. Und gespannt, wo uns das hinbringt. Was ersetzt wird. Welche Berufe wir auf Dauer noch brauchen. Gleichzeitig seh ich die Fehler, die immer wieder gemacht werden. Und lach mich kaputt über das, was ich manchmal auf Instagram seh. Neulich hat eine Schauspielerin die KI gefragt, was sie aus dem Hotel alles mitnehmen darf. Stand dann komplett bepackt an der Tür. Natürlich hat sie alles dagelassen. Aber die KI hatte ihr gesagt, sie dürfe das alles mitnehmen.
Im August war auch die Sonnenfinsternis. Ich hab überlegt, wo ich hinfahren soll, um einen guten Platz zu haben. Und fand ihn letztendlich bei uns im Badezimmer – der Blick ging genau in die richtige Richtung. So standen wir am offenen Fenster und haben die Sonnenfinsternis beobachtet. Und weil’s genau der 12. August war, hab ich das gleich verarbeitet: in einen Blogartikel mit 12 Bildern vom 12. August. Die Mondfinsternis dagegen hab ich leider nicht gesehen. Himmel war zu bedeckt. Also haben wir gar nichts mitbekommen. Aber schon besonders, zwei solche Ereignisse in einem Monat.
Und Urlaub machen wir’s diesmal auch anders. Sonst reizt uns am Wohnmobil ja gerade, von Ort zu Ort zu ziehen, immer weiterzuschauen, was als Nächstes kommt. Dieses Mal haben wir gesagt: warum eigentlich. Und sind an einem kleinen See, zweieinhalb Stunden von zu Hause weg, wo ich jeden Tag schwimmen gehen kann. Ich merk, wie die Erholung nach und nach eintritt. Höchst erstaunlich, wie leer der Campingplatz ist. Wenn ich auf WhatsApp seh, wo die anderen im Urlaub sind, welche Touristenmassen da unterwegs sind – haben wir echt Glück. Toi toi toi, grad ist nix los. Wir haben den Platz auch schon ganz anders erlebt, mit viel mehr Leuten.
Ganz nebensächlich, aber spannend zu beobachten: Als wir gekommen sind, war der Rasen vollkommen gelb und niedergedrückt. Zwischenzeitlich hat’s ein paarmal geregnet. Und jetzt kann ich quasi täglich zuschauen, wie die Wildkräuter und der Rasen wieder wachsen. Ich mach das wie eine kleine tiefenökologische Übung: Ich suchte mir eine Fläche von zehn mal zehn Zentimetern Boden. Beobachte sie, immer wieder. Bleib ein paar Minuten sitzen, schau hin. Komm am nächsten Tag wieder, schau mir die gleiche Stelle nochmal an. Und das mach ich mehrfach. Was man da in dieser kleinen Mikrowelt alles beobachten kann – dabei sind wir’s doch sonst eigentlich gewohnt, immer in die weite Welt zu schauen.
Das Besondere an diesem Platz: Man kann eine Feuerschale ausleihen, Holz kaufen. So sitzen wir so gut wie jeden Abend am Lagerfeuer. Zwischendrin bin ich online in verschiedenen Veranstaltungen. Es ist eifach klasse, inzwischen kann ich von überall arbeiten.
So hat auch im August wieder eine Selbstbegegnung stattgefunden. Ich bin immer wieder angetan, was sich da zeigt. Und welche großen Schritte jemand dann hinterher gehen kann. Dieses Mal ging’s mehr um eine innere Befreiung. Begeisternd zu sehen, wie viel Dynamik sich da entwickelt.
Im September beginnt der Schwiegermama-Kongress, wo ich als Sprecherin dabei bin – ein kostenloser Online-Kongress rund um genau die Themen, die auch mich als Oma beschäftigt haben. Wer mag, kann sich hier kostenlos anmelden. Und ich bin verblüfft: Die KI hat mir die Eintrageseite selbst gemacht. Was ich bislang immer jemanden dafür gebraucht hab, hat die KI mir erstellt. Ich freu mich drüber. Sehe aber auch: Derjenige, der sie bislang erstellt hat, verdient jetzt kein Geld damit. Und ich frag mich natürlich auch: Wann fragen meine Kunden einfach die KI, statt zu mir zu kommen? Manche Dinge kann die KI tatsächlich übernehmen. Methoden kennt sie ganz gut. Auch psychologische Einschätzungen sind manchmal nicht schlecht. Aber ich merk oft, wo einfach das menschliche Gefühl fehlt. Oder wo sie das Thema einfach zu eng sieht. Durch Nachfragen, mehr Kontext, weitet sich der Blick der KI schon. Aber von sich aus fragt sie oft nicht weiter nach.
Weniger draußen los. Mehr drinnen in Bewegung. So ein Augustmonat eben.