Bei einer Blogparade schreiben mehrere Blogger:innen zum gleichen Thema und verlinken sich gegenseitig. „Und plötzlich sah ich es ganz anders.“ Klingt nach großem Erwachen, oder? Ist bei mir eher eine kleine, hartnäckige Frage, die mich seit Jahren begleitet: Kann man dieselbe Situation wirklich noch mal ganz anders sehen? Nicht als Gedankenspiel. Sondern so, dass sich was in Dir verschiebt. Genau darum ging’s bei meiner Blogparade zum Perspektivwechsel.
Das Wichtigste in Kürze
- Meine Blogparade „Und plötzlich sah ich es ganz anders“ drehte sich um Momente, in denen sich eine festgefahrene Sichtweise plötzlich verändert.
- Zwei Beiträge sind eingereicht worden – weniger als in den Vorjahren, und das hat mich zum Nachdenken gebracht.
- Peggy Bendler erzählt, wie eine Reiki-Erfahrung ihre Skepsis gegenüber alternativen Heilmethoden auflöste.
- Christina beschreibt, wie eine Krankheit sie unfreiwillig aus dem „Club der Belastbaren“ warf – und wie befreiend das am Ende war.
- Beim Schreiben ist mir selbst aufgefallen: Mein eigener Aufruf zu dieser Parade war diesmal vorsichtiger formuliert als sonst.
Meinen eigenen „Und plötzlich“-Moment hab ich schon mal aufgeschrieben: die Sache mit Susanne und dem Bleistift, „Und plötzlich sah ich es ganz anders“. Ich hab Susanne bewundert, als Teenager. Ihr Aussehen, ihre Art. Dann, bei einer Wichtelfeier, schenkt sie mir einen dicken Bleistift. Schlampig eingepackt. Ich war fast schockiert. Und genau da wurde mir klar: Wenn ich sein will wie Susanne, dann nicht nur die Schönheit. Sondern ihr ganzes Leben. Mit allen Ecken und Kanten. Das hat mich vom Neid befreit. Für immer.
Aber beim Nachdenken ist mir noch was aufgefallen. Was mir vorher gar nicht bewusst war: Nach meiner letzten Parade gab’s im Forum einer Kollegin ordentlich Gegenwind. Zu persönlich. Zu offen. Zu „gefährlich“. Und wenn ich meinen Aufruf zu dieser Parade jetzt nochmal lese – merk ich’s. Ich hab diesmal vorsichtiger eingeladen. Keine eigene Verletzlichkeit vorweg. Keine Einladung, auch unfertige, unbequeme Geschichten zu teilen. Einfach eine sachliche Aufforderung mit ein paar reflektierten Fragen. Kein Wunder, dass die Hürde höher war, als sie sein musste.
Jetzt zur ehrlichen Wahrheit: Ich hätte mir mehr Beiträge gewünscht. Zwei sind’s geworden. Letztes Jahr, bei der Cheferfahrungen-Parade, waren’s sechs. Und nein, das ist kein Einzelfall – ich merk schon seit einer Weile, meine Artikel bekommen insgesamt weniger Resonanz als früher. Woran das liegt? Keine Ahnung, ehrlich.
Ha. Genau diesen Moment hatte ich gerade wieder. Mitten im Nachdenken über meine eigene Blogparade, seh ich meinen Aufruf plötzlich ganz anders. Man muss wohl erst zurücktreten, um den eigenen blinden Fleck zu sehen.
Trotzdem: Den beiden, die mitgemacht haben, bin ich richtig dankbar. Ihre Beiträge gehen tief. Und beide zeigen genau das, worum’s bei diesem Thema geht.
Diese Beiträge sind bei meiner Blogparade entstanden
- Peggy Bendler – „Neue Wege gehen: Wie ich meine Skepsis verlor“ (buddhaspfad.de)
- Christina – „Ich weine ihm nicht mehr hinterher – dem Club der Belastbaren“ (Stimme für Pause)
Peggy Bendler: „Neue Wege gehen: Wie ich meine Skepsis verlor“
Peggy war skeptisch. Gegenüber alternativen Heilmethoden, ganz klar. Dann erlebt sie Reiki bei ihrem Physiotherapeuten – körperlich, direkt, nicht im Kopf. Und danach geht’s nicht mehr ums Urteilen vorher, sondern ums Spüren zuerst. Das hat ihr ganzes Verständnis von Offenheit verschoben.
Zitat: „Erst die Erfahrung, dann der Begriff. Am Schalter hatte ich es immer umgekehrt gehalten und über ein Wort geurteilt, dessen Erfahrung ich nie zugelassen hatte.“
Zum Beitrag: buddhaspfad.de/neue-wege-gehen
Christina: „Ich weine ihm nicht mehr hinterher – dem Club der Belastbaren“
Christina ist aus dem „Club der Belastbaren“ geflogen. Unfreiwillig, durch eine Erkrankung. Und weißt Du was? Der Rauswurf hat sie befreit. Bei allem Ernst – viele von uns spielen ja munter weiter mit in diesem Club – schreibt sie mit einem so trockenen Witz über sich selbst, dass man beim Lesen grinsen muss. Statt weiter gegen ihre Grenzen anzukämpfen, steckt sie ihre Energie jetzt in Familie. Und in Frieden mit sich selbst.
Zitat: „Im Grunde ist das schon ein hübscher Euphemismus.“ – über ihre eigene, verharmlosende Art, die Erkrankung lange zu beschreiben. Und, am Ende, ganz unironisch: „Ich bin wertvoll. Das sehe ich jetzt.“
Zum Beitrag: deinkoerper-deinweg.de/club-der-belastbaren-nicht-mehr-zurueck
Häufige Fragen zu meiner Blogparade
Was ist eine Blogparade?
Bei einer Blogparade schreiben mehrere Menschen unabhängig voneinander einen Blogartikel zu einem gemeinsamen Thema und verlinken sich gegenseitig. Ich rufe meine Leser:innen dazu auf, und sammle am Ende alle Beiträge in einem Rückblicksartikel wie diesem hier.
Worum ging es bei meiner Blogparade „Und plötzlich sah ich es ganz anders“?
Es ging um Momente, in denen sich eine festgefahrene Sichtweise plötzlich verändert – etwa weil man jemanden oder etwas völlig falsch eingeschätzt hatte und dann eine neue Perspektive gewinnt.
Wie viele Beiträge sind bei dieser Blogparade entstanden?
Zwei Beiträge kamen zusammen, von Peggy Bendler und von Christina. Weniger, als ich mir erhofft hatte – dafür gehen beide inhaltlich richtig tief.
Warum kamen diesmal weniger Beiträge als bei meiner letzten Blogparade?
Das kann ich nicht sicher sagen. Ich merke aber, dass meine Artikel insgesamt gerade weniger Resonanz bekommen als früher – und beim Nachlesen ist mir aufgefallen, dass ich diesmal auch vorsichtiger zur Teilnahme eingeladen habe als sonst.
Kann ich bei einer zukünftigen Blogparade von dir mitmachen?
Ja, gerne! Ich veranstalte hin und wieder Blogparaden zu Themen, die mich persönlich beschäftigen – schau einfach ab und zu auf meinem Blog vorbei oder folge mir, dann bekommst du den nächsten Aufruf mit.