Monatsrückblick Juli 2026 – Zwischen Hitzewelle, Camping-Frust, KI und Familienthemen

Ein Monat voller Kontraste: die Kunst des richtigen Lüftens im Hitzesommer, eine ernüchternde Familienfeier auf einem überteuerten Campingplatz, rasante Veränderungen durch KI im Arbeitsalltag – und ein Blick auf verborgene Familienthemen durch Aufstellungsarbeit.
Rotes Mandala

Der Juli war heiß – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Zwischen einem ernüchternden Familienausflug auf einen überteuerten Campingplatz, spannenden Beobachtungen darüber, wie rasant sich KI in meinem Arbeitsalltag verändert, und einem Blick auf Themen, die tief in unseren Familien verwurzelt sind, war einiges los. Hier mein Rückblick auf einen Monat voller Kontraste.

Ein heißer Monat und die Kunst des richtigen Lüftens

Ein heißer Monat ging zu Ende. Ich war morgens viel schwimmen und dann viel im kühlen Raum. Lüften ist eine bestimmte Technik: Sobald die Außentemperatur höher ist als die Innentemperatur, muss das Fenster zubleiben, auch wenn die Luft drinnen dadurch stickig wird – die lässt sich besser über das Treppenhaus entlüften. Bei uns zu Hause heißt das konkret: Wir lüften nachts oder spätestens bis 6 oder 7 Uhr morgens. Danach wird konsequent verschattet, bis die Sonne nicht mehr auf das jeweilige Fenster scheint, und die Türen bleiben zu. So unangenehm das manchmal ist, wir haben es so gut drauf, dass unser Sommer zu Hause sehr kühl bleibt.

Mit Schrecken erinnere ich mich noch sehr genau an die Zeit, als ich in Behörden arbeiten musste. Dort standen alle Fenster weit offen, ganz ohne Verschattung, in der Hoffnung auf Wind, der einfach nicht kam. Ich habe dort ein Gedächtnistraining-Seminar geleitet. Ziemlich nutzlos, wie sich zeigte: Bei Hitze mag man einfach nicht denken, auch mit der tollsten Technik nicht. Damals habe ich gelernt, dass man Seminare besser im Winter durchführt, weil dann einfach mehr Aufmerksamkeit da ist.

Der Apfelbaum und die Hitze im Garten

Ansonsten fängt unser Apfelbaum an, sich zu biegen. Mal sehen, wie viel Hilfe und Unterstützung er noch braucht. Bislang sind die Äpfel erst halb so groß, wie sie normal werden, aber der Ast neigt sich schon sehr nach unten. Bei der Hitze bekommt er täglich eine Kanne Wasser, in der Hoffnung, dass er die Früchte nicht abwirft.

Familienfeier auf dem Campingplatz: Wenn Kundenorientierung fehlt

Im Juli fand ein großer runder Geburtstag meiner Schwägerin statt. Die Familie hat sich entschieden, auf einem Campingplatz zu feiern. Was wir dann erlebten, war alles andere als kundenorientiert. Es war aufschlussreich, das zu sehen. Uns wurde großartig angekündigt, dass wir uns einen Schattenplatz aussuchen können, wenn wir eine Stunde vorher da sind. Wir waren vorher da. Die Leute waren da, es gab nur keinen Schattenplatz, den man hätte wählen können. Das ist nur ein kleiner Punkt, aber wenn man dann in so einem Kreis von 20 Leuten ist, kann man schnell Erfahrungen zusammentragen. Fazit: Die Preise auf dem Campingplatz waren nicht gerechtfertigt, die Leistung hat nicht zu den Kosten gepasst.

Ein weiteres Beispiel dafür: Mehrere Tiny Houses wurden von der Familie gemietet, unter anderem eines für 2 Nächte, 3 Personen, 370 Euro, ohne Ausstattung (Geschirr etc.). Die Bettwäsche hatte Flecken, und beim Versuch, sie zu tauschen, bekam man Bettwäsche mit Löchern. Dazu kam, dass die Aufteilung der Häuser gar nicht gestimmt hat, sodass die Familie untereinander die Häuser tauschen musste.

Ich selbst hatte einen Wohnmobilstellplatz, der ebenfalls sehr teuer war. Es hat mich geärgert, dass ich sowohl den Strom mit 5 Euro am Tag zahlen musste, den ich gar nicht brauchte, als auch eine Umweltabgabe und Kurtaxe – für einen Platz, der eng war, dicht an den Nachbarn stand und keinen Schatten hatte. Dafür stand direkt daneben ein hässlicher Kasten, in dem ich mir ein Privatbad hätte mieten können.

Warum ich eine Bewertung geschrieben habe

Ich erwähne das so ausführlich in meinem Monatsrückblick, weil ich viel darüber nachdenke, was da schiefläuft. Ich arbeite bei Fischer Consulting, einer Firma, die sich unter anderem sehr stark um Kundenorientierung kümmert. Der Campingplatz lud geradezu dazu ein, genau mit diesem Blick hinzuschauen. Es liegt sicher nicht an den einzelnen Personen – sie wirkten bemüht. Es wirkt eher so, als ob es ein Platz einer Kette ist, der viel Geld einnehmen will.

Während sich die Verwandten untereinander nur aufregten und beschwerten, sagten sie der Firma gegenüber nichts. Ich wollte über eine Bewertung eine Möglichkeit bieten, dass sich das Unternehmen verbessern kann. Oft wünschen sich Mitarbeitende ja genau das: dass sich jemand offiziell beschwert, damit endlich etwas passiert. Ich schreibe selten Bewertungen, aber diesmal war es mir eine Google-Bewertung wert.

An dem Wochenende, auf das wir uns alle gefreut hatten, wollten wir mit Schönheit belohnt werden. Stattdessen blieb vor allem das Gefühl von Abzocke. Für alle war es zudem eine deutliche Investition und eine weite Anreise.

Das Familientreffen: Wie sich Menschen über die Jahre verändern

Aber gut, das Familientreffen machte einiges wett. Wir haben viele schon länger nicht mehr gesehen. Es war spannend, die Nachfahren zu sehen. Ebenso spannend war zu beobachten, wie mit ihnen umgegangen wird und wie sie selbst die Familiendynamiken verändern. Der Mann, der vorher hart war, wurde zum freundlichen, liebevollen Opa. Die kantige „Tochter“ hat sich zur wachen Mutter entwickelt. Der Jüngling wurde zum CEO. Der „Dicke“ war nur noch halb so schwer. Tja, und eigentlich wäre ich neugierig, was sie alle über mich sagen, was sich bei mir getan hat. Ich schreibe es auch deshalb etwas ausführlicher, weil man oft sagt, Leute verändern sich nicht. Kann schon sein, aber dieses Wochenende zeigte mir etwas anderes – trotz vorzeitiger Abreise wegen des fehlenden Schattens.

KI im Arbeitsalltag: Zwischen Faszination und Nachdenklichkeit

Neben diesem eher anstrengenden Ausflug gab es im Juli aber auch viel, das mich fachlich und persönlich weitergebracht hat. Zum einen war mein Juli von KI geprägt: Dadurch, dass ich bei Judith Peters den Kurs in der Sommer-Blogging-Schule mitmache, bekomme ich jede Woche neue KI-Anweisungen dazu, was man mit der KI und dem eigenen Blog tun kann.

Ich arbeite dabei viel mit Claude und lasse ihn vor allem Dinge machen, die ich als Fleißarbeit empfinde. Zum Beispiel wusste ich nicht, dass bei einem meiner Blogartikel bestimmte SEO-relevante Punkte gefehlt hatten. Statt das händisch nachzuprüfen, habe ich Claude beauftragt: Er schaut nach, wo ich es schon gut und stimmig gemacht habe, und ergänzt auf meine Bitte hin die Leerstellen.

Ich finde es höchst faszinierend und bin begeistert dabei. Gleichzeitig wurde ich auch nachdenklich und sehe jetzt schon, was die KI alles ersetzen kann. Ich frage mich, wie unsere Kunden mit der KI umgehen und was das für Auswirkungen haben wird. Ich sehe schon viele Arbeitsplätze schmelzen.

Zum Beispiel arbeite ich viel mit Richtern aus der Justiz zusammen – ja, da ist die KI oft noch falsch. Aber wie lange noch? Ich merke, wie schnell sich die KI-Versionen ändern, und dass ich Dinge, die ich vor zwei Monaten noch umständlich eingeben musste, inzwischen ganz einfach hinzufügen kann.

Gleichzeitig weiß ich nicht, wie stark Unternehmen und der öffentliche Dienst die KI schon einsetzen bzw. ob sie die KI überhaupt einsetzen dürfen. Da fehlen mir meine regelmäßigen Seminare bei den Kunden. Da wusste ich früher immer was geht und was geht nicht.

Aufstellungen: Verborgene Familienthemen sichtbar machen

Neben der KI hat mich im Juli auch wieder die Arbeit mit Aufstellungen beschäftigt. Eine Aufstellung ist eine Methode, bei der Verborgenes durch Stellvertreter sichtbar gemacht wird – ich biete sie ausschließlich online an. Ich bin immer wieder betroffen, was für Themen sich da zeigen. Das liegt nicht daran, dass die Themen an sich schlimm sind. Es liegt daran, dass ich keinen anderen Weg kenne, wie diese verborgenen Themen sonst ans Licht kommen würden.

Es sind Themen, die Auswirkungen auf unser Leben haben, die wir aber z. B. von unseren Ahnen tragen. Es sind Dinge, die wir nicht kennen und unbewusst nicht wissen, die aber trotzdem an uns weitergegeben wurden und in uns wirken. So wurde z. B. bei einer Frau deutlich, die während der Geburt ihres Sohnes Blutungen hatte. Diese Blutungen hatten mit einem Geburtserlebnis ihrer Großmutter väterlicherseits zu tun. Was es genau ist, kann die Frau in einer weiteren Aufstellung klären.

Wenn dich Sätze wie „Dinge, die wir nicht kennen und unbewusst nicht wissen, die aber trotzdem an uns weitergegeben wurden“ angesprochen haben, und du neugierig bist, welche verborgenen Themen in deiner eigenen Familie wirken, dann lade ich dich herzlich ein, das selbst zu erleben. In meinem Onlineabend kannst du online eine eigene Aufstellung machen oder als Resonanzgeber:in dabei sein. Alle Infos zu Terminen und Anmeldung findest du dort

Das habe ich im Juli verbloggt:

Neben den Monats- Rückblicken und der 12 von 12, die auch immer voll mit Alltagsbeobachtungen sind, gibt es zwei inhaltlliche Artikel: einmal geht es um eine gute Streitkultur, und das andere mal um wirklich zuhören.

https://andreasam.com/monatsrueckblick-juni-2026/

https://andreasam.com/wirklich-zuhoeren-koennen/

https://andreasam.com/12-von-12-juli-2026/

https://andreasam.com/gute-streitkultur/

https://andreasam.com/to-want-liste-q3-2026/

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Andrea vor Felsen

Ich bin Andrea Sam — Coach, Beraterin und Seminarleiterin mit jahrzehntelanger Erfahrung in Kommunikation, Konfliktmanagement und persönlicher Entwicklung. Ich begleite Menschen, die Klarheit suchen — im Gespräch, in schwierigen Situationen und in sich selbst. Mein Ansatz ist ganzheitlich, nah am Menschen und nah an der Wirklichkeit.

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