Nachdem ich die letzten Tage mit Geburtstagsfeiern und Besuch beschäftigt war, musste ich heute früh erst mal ein Geschenk aufräumen. Ich habe es von einer Freundin aus Korsika bekommen. Gleich musste ich mir noch mal etwas Rosenwasser auf Gesicht und Hände sprühen. Hm, riecht das lecker. Ich freue mich über diesen edlen Duft. Auch wenn ich sonst kein Parfüm verwende, empfinde ich das Rosenwasser als sehr angenehm und wohlig duftend.

Nach den Aufräumaktionen von den Nachwehen des Festes ging es ins Büro zum Arbeiten. Auf dem Weg zum Coaching sah ich einiges mit frischem Blick, da ich gerade zwei Wochen im Urlaub gewesen bin. Unser Büro ist zur Zeit in einem großen Umbauprozess. Zuerst wurde ein Jahr die Straße komplett gesperrt und Leitungen zum Haus hin erneuert. Und jetzt gibt es seit Längerem eine neue Heizung – mit allen Handwerkerthemen, die dazu gehören.

Aber zuerst der Garten: Die Wiese sieht etwas wild aus. Aber wunderschön, was da wild gewachsen ist, wo vor Kurzem noch ein Loch im Garten war. Ah, und die andere Ecke ist schon wieder gut nachgewachsen. Da gibt es nichts zu tun.

Im Haus auf der Treppe lag schon meine Arbeitsmappe. Mein Kollege hatte ihn mir hingelegt mit dem Impuls, ich soll mir im Haus ein Zimmer suchen. Ich wählte das Obergeschoss. Da gibt es keine Kaffeemaschine, aber dafür eine Klimaanlage, die man bei der Kälte auch als Heizung benutzen kann. Ich fing an zu lüften und scannte den Raum.

Während ich den Raum richtete, bemerkte ich plötzlich einen Fleck auf meiner Hose. Ich hatte keine Zeit mehr, ihn zu entfernen. Mit nasser Hose rumlaufen ist auffälliger als der Fleck. Aber das „will man ja nicht“. Nicht ärgern. Fleck ist jetzt nun mal da. Ok, atmen, weiter.

Ja, die Wärmepumpe ist überall angefangen, in jedem Zimmer, aber nicht abgeschlossen. Der Handwerker verspricht seit Wochen, immer wieder, dass er jetzt kommt. Er kommt auch immer wieder mal. Geduld ist gefragt. Es ist der erste Auftrag an dieses Unternehmen. Es sollte das Pilotprojekt von fünf weiteren Projekten sein. Na, da bin ich gespannt. Ich bin nicht überzeugt. Aber gut – der Blick vom Balkon: alles ok, der Raum ok. Die Kontrolle der Toilette erspare ich Euch.


Der Blick in den Nebenraum war ok, ich kann die Türe offen lassen.


Meine Kundin kam, sie wurde mit leckerem Cappuccino versorgt, ich bekam einen Espresso. Wir arbeiteten intensiv. Eine typische Situation: Eine Frau, die schwer Nein sagen kann und sich übermäßig viel auflädt. Und der Weg zum Nein ist einfach so ungewohnt und schwer.

Nach dem Coaching ging ich kurz in der Metzgerei vorbei. Ich hatte seit Längerem mal wieder das Bedürfnis nach etwas Wurst und Fleisch. Gar nicht so leicht, wenn zu Hause ein Vegetarier ist, der das Fleischessen kritisch betrachtet.

Zu Hause angekommen, war mein erster Weg zur Heizung. Es war so kalt – aber die Heizung war ok. Glück gehabt. Dann lag Post auf dem Tisch.
Das Erste war eine ungewöhnliche Traueranzeige. Ein guter Freund ist gerade verstorben. Er hat in seinem Leben viele Steine behauen, und auf der Trauerkarte war er auf der einen Seite Gitarre spielend abgebildet, und auf der anderen Seite war sein behauener Stein. So schön. Die Familie hat etwas ganz Typisches für ihn zusammengestellt. Ich wurde wieder traurig. Er ist so schnell von einem kraftvollen Mann zu – ja, zu was? Zu einer Seele geworden. Ich höre ihn lachen, er sagt, es geht ihm gut, er sei frei. Na, dann hoffe ich, dass ich richtig gehört habe.

Direkt daneben war noch eine Geburtstagspost. Eine wunderschöne Karte mit einem Kakao für eine Kakaozeremonie.

Mein Leben geht weiter, ich darf weiter arbeiten und genießen. Dafür bin ich dankbar.