Zwischen altem Weg und neuer Klarheit.
Zwischen Erinnerungen, Arbeit und einem sehr leisen inneren Umbruch.**
Rückblick November
Der November startete damit, dass ich frisch aus Kroatien zurückkam. Und gleichzeitig fühlt es sich an, als wäre das ewig her. Dieser Monat war für mich ein seltsamer Knotenpunkt: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft waren gleichzeitig präsent. Ich war eingespannt zwischen vielen Erinnerungen – am Seminarort, im Alltag und auch in vielen Gesprächen. Immer wieder tauchte diese Frage auf: Wie war es früher? Und wohin entwickelt sich das alles?
Bad Herrenalb – ein Ruf aus der Vergangenheit
Ich war mehrere Tage in Bad Herrenalb arbeiten. Dort habe ich meinen Berufsstart verbracht, und seit vielen Jahren war ich nicht mehr dort. Auf dem Heimweg sind wir bewusst durch den Ort gefahren, einfach um zu sehen, was sich verändert hat. Es war wie ein Blick in zwei Zeiten gleichzeitig.

Mein alter Weg über Land, Schneeaufnahmen, Windräder, die es früher nicht gab. Eine Strecke, die ich früher kannte wie meine Westentasche, deren Anfang ich aber nicht mehr fand, weil das Hotel von damals nicht mehr im Navi auftauchte. Vielleicht verkauft, vielleicht verschwunden.
Natürlich kamen auch die alten Geschichten hoch. Zum Beispiel, wie ich damals als „Fräulein Fischer“ angesprochen wurde – und wie klar ich sagte, dass ich eine Frau bin, und Mutter. Heute lächle ich darüber. Damals war es mir sehr wichtig.
Dann die Klöster: Herrenalb und Frauenalb. Die Geschichte vom Tunnel. Die Kinder, die dort gefunden wurden. Erst Entsetzen, später mehr Verständnis für den historischen Kontext – und die damalige Notwendigkeit solcher Lebenswege.
Und dann war da noch das Hotel, dessen Besitzerin vor einigen Jahren tödlich verunglückt ist. Wir hatten einen so schönen Abschied in der Sonne, mit Kaffee, völlig untypisch. Beim nächsten Besuch hing nur noch ihr Foto mit Trauerflor dort. Das Hotel läuft weiter, aber ich denke immer an sie.
So wurde diese Arbeitswoche zu einer Reise in meine eigene Vergangenheit.

Zwei Kundinnen – zwei Ebenen
1. Die Frau, die ich sortieren durfte
Eine Kundin kam, weil sie ihre berufliche Zukunft sortieren wollte. Nicht im Sinne von Entscheidungen oder Karriereplänen, sondern auf einer ganz anderen Ebene. Während wir arbeiteten, zeigte sich ein Nebenschauplatz, der in Wahrheit das Hauptthema war: Bilder, die sie für Zukunft hielt, waren eigentlich Vergangenheit. Eine alte Schicht ihres Lebens, die erst in Ordnung gebracht werden musste.
Als das klar wurde, fiel in ihr etwas an den richtigen Platz. Es war ein stiller, tiefer Moment.
2. Die Frau, wegen der ich einen Blogartikel schreiben musste
Eine andere Kundin wollte einen Nottermin – nicht wegen eines dramatischen Vorfalls, sondern weil sie erschöpft war von Kommunikation, die übergriffig und grenzverletzend war. Das, was gesagt wurde, machte ihren Körper krank. Dieses Muster ist so typisch, so verbreitet, dass ich wusste:
Ich schreibe darüber einen Blogartikel.
Nicht über sie – über das Muster.
Resonanzabende
Auch meine Resonanzabende fanden wieder statt. Ich bin jedes Mal fasziniert, welche Tiefe in kurzer Zeit möglich ist und welche Themen sich zeigen. Dieses Format wird 2026 ganz sicher weitergehen.
Ein November ohne Märkte – dafür mit Adventskalender

Früher war ich im November oft auf Martinimärkten oder einem Nepalbasar. Dieses Jahr hat es mich dort nicht mehr hingezogen. Da verändert sich etwas in mir.
Dafür war ich intensiv mit meinem Blog beschäftigt. Und plötzlich wurde aus vielen losen Fäden ein Adventskalender. Ein eigenes kleines Produkt. Meine 900 Mandalas fangen an, ihren Platz zu finden.
Inhaltlich war der November ebenfalls dicht:
Ordnungen im Berufsleben, Konflikte, meine Prognose für 2026. Ich musste selbst ein bisschen schmunzeln, was mir da eingefallen ist – aber ich vermute, ich liege nicht so falsch.
Was im November außerdem entstanden ist
Der November war nicht nur Innenschau, Vergangenheit und dieser leise innere Umbruch. Er war auch ein Monat, in dem unglaublich viel entstanden ist – sichtbar und unsichtbar. Ich habe geschrieben, sortiert, aufgebaut, entschieden. Leise, konzentriert, aber sehr klar.
Auf meinem Blog sind mehrere Artikel entstanden oder überarbeitet worden:
– Advent der Klarheit – die Seite für meinen Adventskalender
– Mit Kommunikation täuschen? – überarbeitet, geschärft, neu ausgerichtet
– Frauen unterschätzen ihre Wirkung
– Haltung und Wirkung
– Kommunikation beginnt innen
– Ordnungen im Berufsalltag
– Ordnungen in der Kommunikation
Und dann gab es da einen Artikel, der mich selbst zum Schmunzeln gebracht hat, weil er so treffsicher geworden ist – und weil er eine Mischung aus Humor, Klarheit und einem leisen „Jetzt sag ich’s halt“ trägt:
– Kommunikationstrends 2026 – ein Augenzwinkern und gleichzeitig erschreckend wahr.
Dieser Artikel hat eine eigene Energie. Er ist anders, direkter, spielerischer. Vielleicht ein kleiner Vorbote dessen, was 2026 kommen darf.
Parallel habe ich intensiv an meiner Website weitergearbeitet:
Ich habe Angebote strukturiert, Seiten umgebaut, Formate vorbereitet und mir sehr klar angeschaut, wie mein Jahr 2026 aussehen soll. Diese Art von Arbeit sieht man von außen selten – aber sie verändert viel.
Und natürlich ist der Advent der Klarheit entstanden.
Er hat sich fast wie von selbst geformt, und gleichzeitig steckt meine ganze Erfahrung darin: meine Mandalas, meine Sprache, meine Art zu arbeiten.
Aus vielen losen Fäden wurde ein eigenes Produkt. Ein Klarheitsraum für Dezember – und ein Fundament für das, was nächstes Jahr entstehen darf.
Fazit
Ein Monat zwischen gestern und morgen.
Zwischen altem Weg und neuer Klarheit.
Zwischen Erinnerungen, Arbeit und einem sehr leisen inneren Umbruch.
Eine Antwort
Wieder ein sehr lebendiger Monat, liebe Andrea! Grüßle Heike