Manche Konflikte im Job lassen sich mit keiner Gesprächstechnik lösen. Weil sie gar nicht im Job entstanden sind. Familienüberblendung nenne ich das, und ich begegne ihr bei Führungskräften immer wieder. Hier erfährst Du, woran Du sie erkennst, wann eine Aufstellung für Führungskräfte hilft und warum das keine Familienaufstellung ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Familienüberblendung nenne ich es, wenn wir im Job unbewusst unsere Herkunftsfamilie nachbauen: Der Chef wirkt wie der Vater, die Kollegin wie die Schwester.
- Mit Kommunikation kommt man sehr weit. Aber es gibt Grenzen, an denen keine Technik mehr hilft.
- Oft reicht schon ein Gespräch, eine leichte Imagination oder eine einfache Übung. Eine Aufstellung braucht es erst, wenn wir von allen Seiten an einem Punkt nicht weiterkommen.
- Eine Aufstellung für Führungskräfte ist keine Familienaufstellung. Ich arbeite nach der IoPT: Du steuerst selbst, ich sortiere Deine Familie nicht um.
- Nach einem kurzen Vorgespräch am Telefon oder online arbeiten wir persönlich in Waldenbuch bei Stuttgart. Die Aufstellungen laufen online im geschützten Rahmen mit ausgewählten Resonanzgebern.
Dein Chef ist nicht Dein Vater. Klar. Weiß jeder.
Und trotzdem. Er sagt einen Satz, und Du bist plötzlich wieder acht. Klein. Sprachlos. Oder trotzig. Und hinterher frägst Du Dich: Was war das denn jetzt?
Ich arbeite seit über 35 Jahren mit Führungskräften. In der Industrie, in der Verwaltung, in der Justiz. Und ich bin immer wieder an Grenzen gelandet. Nicht an meinen. An denen der Kommunikation. Genau da setzt eine Aufstellung für Führungskräfte an.
Was ist eine Familienüberblendung?
Familienüberblendung nenne ich das, wenn wir im Berufsleben unbewusst unsere Herkunftsfamilie wieder aufbauen. Der Chef verhält sich wie der Vater. Die Kollegin wie die Schwester. Das Team wie die Geschwisterreihe, in der Du immer schon die Vernünftige warst. Das alte Familienbild legt sich über das neue Bild im Büro. Wie zwei Dias übereinander.
Wie wir das machen? Ehrlich, das ist eher ein Geheimnis. Aber wenn man es mal anschaut, dann möchte man sich manchmal ans Hirn schlagen. Boah. Ist das brutal. Genau so war es zuhause.
Das ist nicht schlimm. Im Gegenteil. Wenn die Familiendynamik sichtbar wird, kann sich die geschäftliche Dynamik lösen.
Wo Kommunikation an ihre Grenze kommt
Man kann sehr weit kommen mit Kommunikation. Und das ist auch gut so. Ich habe jahrzehntelang Rhetorik und Gesprächsführung trainiert, und ich weiß, was eine gute Technik bewirkt.
Aber es gibt Grenzen, wo es spürbar ist. Du hast das Konfliktgespräch zehnmal geübt. Du kennst die Ich-Botschaften. Und dann steht er vor Dir, und nichts davon ist da.
Weil Du in dem Moment nicht mit Deinem Chef sprichst. Sondern mit jemand ganz anderem.
Ist der sichtbare Konflikt der eigentliche Konflikt? Das klären wir zuerst.
Oft reicht schon ein Gespräch
Viele denken jetzt: Oje, dann muss ich ja gleich meine ganze Familie aufrollen. Nein.
Oftmals kriegen wir die Veränderung schon im Gespräch hin. Das ist manchmal wesentlich leichter, als derjenige denkt. Die meisten suchen an der falschen Stelle. Ich höre schon beim Zuhören, wo es hakt. Oder wir finden die Familienüberblendung über eine leichte, einfache Imagination. Und dann gibt es einfache Übungen, wie man das klären kann.
Manchmal braucht es mehr.
Wann ist eine Aufstellung für Führungskräfte sinnvoll?
Eine Aufstellung ist sinnvoll, wenn wir im Gespräch von unterschiedlichen Seiten nachfragen, von der familiären, der kommunikativen und der unternehmerischen Seite, und trotzdem an einem bestimmten Punkt nicht weiterkommen. Das können wir ziemlich gut erkennen.
Dann ist noch nicht klar, wie groß diese Aufstellung wird. Es geht darum, dass das, was verborgen ist, sichtbar wird. Dass dieser Punkt rauskommt. Führt es ins Unternehmen hinein, weil da unternehmerisch etwas zu klären ist? Oder führt es in die Person, in ihre Geschichte? Oder ganz woanders hin?
Kann man sich überraschen lassen, was da alles zu finden ist.
Und es zeigt sich, was zu Dir passt. Je nachdem, was Du für einen Hintergrund mitbringst, zeigt sich auch Unterschiedliches. Ich bringe nichts hinein. Ich schaue nur mit Dir hin.
Wie eine Aufstellung grundsätzlich abläuft, habe ich Dir in „Was ist eine Aufstellung?“ erklärt.
Warum haben gerade Führungskräfte Angst vor Aufstellungen?
Viele Führungskräfte haben Schiss vor Aufstellungen, weil dabei auch etwas aus der Familie sichtbar werden kann. Ich sag das so, weil es so ist.
Offen sind meist die, die gewohnt sind, an sich selbst zu arbeiten. Die anderen ahnen: Da könnte etwas hochkommen. Und dass das, was sie im Job so anstrengt, gar nicht aus dem Job kommt.
Das erschreckt. Verstehe ich. Mehr dazu habe ich in „Angst vor Aufstellung?“ geschrieben.
Deshalb ist für mich der geschützte Rahmen nicht verhandelbar.
So arbeite ich mit Führungskräften
Dieser Prozess braucht deutlich mehr Zeit als ein einzelner Termin.
Am Anfang ist es sinnvoll, dass Du zu mir nach Waldenbuch kommst, zu Fischer Consulting. Dort machen wir eine Beratung. Wenn Du lieber online arbeiten möchtest, geht das auch. Die meisten kommen aber gerne nach Waldenbuch. Die Beratung kann auch relativ schnell abgeschlossen sein.
Es kann aber gut sein, von vornherein einen größeren Block zu buchen. Dann gehen wir Schritt für Schritt durch. Und falls Du mit einem Thema schneller fertig bist: Es kommt garantiert das nächste. Mit einem Zeitkontingent musst Du nicht nach jedem Termin überlegen, ob Du den nächsten Schritt noch machst oder nicht.
Gute Erfahrungen haben wir mit einem Zwei-Tages-Budget gemacht. Manchmal ist gleich ein Vier-Tages-Budget sinnvoll. Dann arbeite ich mit meinem Bruder Bernhard Fischer von Fischer Consulting zusammen. Vor allem bei unternehmerischen Fragen kommen wir so noch schneller und auf eine ganz andere Weise zum Ziel.
Und eine Aufstellung? Muss nicht zwangsläufig sein. Sie kommt dann, wenn sie dran ist.
So sieht der geschützte Rahmen aus
- Erst ein kurzes Vorgespräch. Worum geht es, was ist Dein Thema? Wenn es passt, erteilst Du mir einen Auftrag, und wir legen los.
- Wenn Du in Richtung Aufstellung gehen willst, erkläre ich Dir genau, was passiert. Alle Fragen werden vorher geklärt. Es soll keine Unsicherheit da sein.
- Ich wähle die Resonanzgeber aus. Online, zu einem festen Termin. Keine offene Gruppe, keine fremden Zuschauer. Die Verschwiegenheit ist garantiert.
- Du steuerst Dich selbst durch den Prozess. Wenn etwas unklar ist, helfe ich Dir, und wir gehen Deinen Weg nach. Ich helfe Dir, das, was Du siehst, für Dich zu sortieren, damit es für Dich klar ist. Aber wir ordnen nicht Deine Familie um und sagen, dass jemand auf einen anderen Platz muss.
Geht es um Dein Team, ist das anders. Dann zeigen wir die Plätze im Team und sehen, wo jemand auf der falschen Position sitzt. Und ich gebe Dir an die Hand, wie Du mit diesem Ergebnis umgehen kannst.
Wie Familienüberblendung im Team wirkt und was Du selbst dagegen tun kannst, liest Du in „Konflikte im Team: Ist es wirklich die Sache?“.
Das Vorgespräch führen wir am Telefon oder online. Die Beratung machen wir persönlich in Waldenbuch bei Stuttgart. Die Aufstellungen selbst finden online statt.
Ehrlich gesagt: Sehen allein reicht nicht
Eine Aufstellung zeigt, was da ist. Ob Du es annimmst, liegt bei Dir.
Manchmal landet jemand mit ganz verschiedenen Anliegen immer wieder am selben frühen Punkt. Verschiedene Situationen, dieselbe Wurzel. Von außen wirkt der nächste Schritt dann ziemlich logisch. Von innen fehlt manchmal noch die Zuversicht.
Ich sehe manchmal früher als meine Klienten, wo es hingeht. Gehen müssen sie selbst.
Oft ist es deshalb kein einmaliges Ereignis, sondern ein Weg in Schritten. Schicht für Schicht. Und nach einer Aufstellung kann einiges in Bewegung kommen. Deshalb begleite ich auch dazwischen.
Und Du?
Erinnert Dich jemand im Job an jemanden von früher? Reagierst Du bei einer bestimmten Person immer gleich, obwohl Du es besser weißt? Hast Du schon alles probiert, was man mit Kommunikation probieren kann?
Dann schau mal hin, wer da eigentlich vor Dir steht.
Schreib mir für ein kurzes Vorgespräch. Dann sehen wir, ob wir zusammenpassen. Mehr zu meiner Arbeit mit Führungskräften findest Du bei Leadership im Einklang.
Es beginnt in Dir.
Viele Grüße, Andrea
Häufige Fragen zur Aufstellung für Führungskräfte
Was ist eine Familienüberblendung?
Familienüberblendung bedeutet, dass wir unsere Herkunftsfamilie im Berufsleben unbewusst nachbauen. Der Chef wirkt wie der Vater, die Kollegin wie die Schwester. Alte Reaktionsmuster aus der Kindheit laufen dann im Job weiter.
Ist eine Aufstellung für Führungskräfte eine Familienaufstellung?
Nein. Auf keinen Fall. Familienaufstellung ist an der Stelle sogar der völlig falsche Begriff. Es kann sein, dass Familienmitglieder auftauchen. Aber es ist garantiert keine Familienaufstellung, denn die mache ich nicht.
Ich orientiere mich an der IoPT. Da geht jeder selbstbestimmt seinen eigenen Prozess entlang. Ich sortiere von außen wenig. Ich helfe nur, die Ordnung, die da ist, für Dich begreifbar zu machen. Ich sage nicht: Du stehst auf dem falschen Platz, Du musst woanders hin. So wie es in der Familienaufstellung gemacht wird. Mehr dazu in „Warum ich heute mit Selbstbegegnungen arbeite – und nicht mit klassischen Familienaufstellungen“.
Wann braucht eine Führungskraft eine Aufstellung?
Wenn wir im Gespräch von der familiären, kommunikativen und unternehmerischen Seite nachfragen und trotzdem an einem Punkt nicht weiterkommen. Vorher reichen oft ein Gespräch, eine leichte Imagination oder einfache Übungen.
Erfährt jemand davon?
Nein. Ich wähle die Resonanzgeber selbst aus, es gibt keine offene Gruppe, und die Verschwiegenheit ist garantiert.
Geht das online oder vor Ort in Stuttgart?
Beides. Das Vorgespräch führen wir am Telefon oder online. Die Beratung machen wir persönlich in Waldenbuch bei Stuttgart, die Aufstellungen selbst finden online per Zoom statt.