Wofür hilft eine Aufstellung wirklich? Was 36 Menschen mir erzählt haben

Ich habe 36 Menschen nach ihren Erfahrungen mit Aufstellungen gefragt. Was sie befürchten, was sie erlebt haben und warum Aufstellung nicht gleich Aufstellung ist.
Buntes Mandala mit Herzen auf Türkis – Symbolbild für Erfahrungen mit Aufstellungen

Das Wichtigste in Kürze

  • 36 Menschen haben vom 3. September bis 1. Oktober 2026 an meiner Umfrage zu Erfahrungen mit Aufstellungen teilgenommen, 23 von ihnen haben schon eine Aufstellung erlebt.
  • Wer noch nie dabei war, stellt sich eine Aufstellung meist dramatisch vor: 6 von 8.
  • Es wird tatsächlich intensiv: 17 von 23 Erfahrenen fanden ihre Aufstellung intensiver als erwartet. Entscheidend ist, ob die Leitung den Raum halten kann.
  • Aufstellung ist nicht gleich Aufstellung: 6 von 23 wussten nicht, welche Methode sie erlebt haben. IoPT hat nur eine Person angekreuzt.
  • Wer es erst einmal anschauen möchte, kann bei meinen Abenden als Resonanzgeber:in dabei sein, ohne eigenes Thema.

Ich habe nach Erfahrungen mit Aufstellungen gefragt. Und 36 Menschen haben geantwortet.

Hui. Damit hatte ich nicht gerechnet. Gehofft hatte ich auf zwanzig.

Ich beschäftige mich seit über dreißig Jahren mit Aufstellungen. Angefangen hab ich Mitte der Neunziger mit der Methode von Bert Hellinger. Dann kam die IoPT, die identitätsorientierte Psychotraumatheorie nach Franz Ruppert. Und inzwischen habe ich meinen eigenen Weg daraus entwickelt. Man könnte meinen, da weiß ich doch, was die Leute über Aufstellungen denken.

Naja. Wusste ich nicht.

Was mir nicht klar war: wie viel Angst um diese Arbeit herum ist. Wie viele Bedenken, Sorgen und Hindernisse. Mir sind schon Befürchtungen begegnet, da musste ich zweimal hinhören. Ich dachte, das sind Einzelfälle. Sind es nicht. Die Bilder im Kopf sind groß.

Meine drei Wetten vor der Umfrage

Im September habe ich also eine kleine Umfrage gemacht: „Wofür hilft eine Aufstellung wirklich?“ 31 der 36 kannten Aufstellungsarbeit. 23 waren schon mal dabei, selbst oder als Zuschauerin. 8 noch nie.

Bevor die Umfrage losging, habe ich mir aufgeschrieben, was ich erwarte. Eine Art Wettzettel. Erstens: Wer noch nie dabei war, stellt sich etwas Dramatisches vor. Zweitens: Die meisten denken bei Aufstellungen an Familie. An Beruf, Kreativität oder Blockaden kaum jemand. Drittens: Wer schon dabei war, hat meist eine klassische Aufstellung nach Hellinger erlebt. IoPT kaum jemand.

Mal sehen, ob ich recht hatte.

Was stellst Du Dir eigentlich vor?

Von den 8, die noch nie dabei waren, stellen sich 6 eine Aufstellung sehr emotional und dramatisch vor. Sechs von acht!

Wette eins: gewonnen.

Warum sie es bisher nicht gemacht haben? Sie wissen nicht, was da passiert. Sie haben Angst vor den eigenen Gefühlen. Oder sie zweifeln, ob es überhaupt wirkt.

Eine schreibt:
„Ich mag meine Probleme generell nicht vor fremden Menschen ausbreiten.“

Versteh ich gut. Wer will das schon.

Und dann taucht eine Frage auf, die ich gar nicht gestellt hatte. Mehrfach. Wer fängt mich auf, wenn was hochkommt? Jutta sagt es so:
„Ich kenne außerdem etliche Aufsteller, die sicher gut sind im Aufstellen; aber den Klienten nicht auffangen können, wenn z.B. ganz alte Traumata hochkommen.“

Noch was ist mir aufgefallen. Wer noch nie dabei war, denkt bei Aufstellungen an Familie und Beziehung. An Kreativität oder Blockaden denken nur 3 von 8. Die Erfahrenen sehen das ganz anders. Beruf, Entscheidungen, Gesundheit, Schreibblockaden, alles drin. Eine bringt es auf den Punkt: „Fast jedes Thema, in dem Energie ins Spiel kommt.“

Wette zwei stimmt also für die, die noch nie dabei waren. Die Erfahrenen sind viel weiter.

Es wird intensiv. Und dann?

Jetzt kommt der Teil, der mich ehrlich nachdenklich gemacht hat. Der stand nicht auf meinem Zettel.

17 von 23, die dabei waren, sagen: Es war intensiver als erwartet. Zwölf sogar: viel intensiver.

Also ist die Angst nicht aus der Luft gegriffen. Es wird intensiv. Die Frage ist nur: Was passiert dann?

Und da kommt es auf die Leitung an. Sehr. Eine Antwort, kurz und trocken:
„Von kompetent bis fahrlässig.“

Christine Traut schreibt: „Gute zu finden, ist nicht leicht.“

Und dann gibt es die andere Seite. Angelika beschreibt ihre Leiterin so:
„Sehr zugewandt, hatte alle Teilnehmer im Blick und hat den Raum gehalten.“

Den Raum halten. Genau darum geht es.

Hat es geholfen? Viele erzählen von Veränderung. „Mir sind Dinge klarer geworden, vor allem über mich und meine Kindheit“, schreibt Anne Engelmann. Claudia Ludloff: „Ich habe mich gestärkt und befreit gefühlt.“ Jemand anders: „In dem Moment war die Entscheidung plötzlich klar.“ Und Anne E. Gruhn: „Das Leben wird leichter, ich nehme auch viel mehr wahr.“

Es gibt aber auch die anderen. Eine Frau schreibt, die Aufstellung habe ihr konkretes Problem nicht gelöst. Und sich weiter mit Familienthemen über drei Generationen zu beschäftigen, „war hart und habe ich nicht gewollt“.

Das gehört dazu. Und ich verstehe es gut.

Aufstellung ist nicht gleich Aufstellung

Jetzt wird es spannend. 6 von 23, die eine Aufstellung erlebt haben, wissen nicht, welche Methode das war. IoPT hat genau eine Person angekreuzt. Eine.

Wette drei: nur halb gewonnen. Klassisch nach Hellinger haben 8 angekreuzt. Genauso viele eine andere Methode.

In den Antworten tauchen Tierfiguren bei der Kinderpsychologin auf. Spielfiguren auf einem Brett. Große Familienaufstellungen im Seminarraum. Alles heißt Aufstellung.

Und da liegt der Hund begraben.

Bei den „Ordnungen der Liebe“ nach Hellinger, egal wer sie anleitet, steht die Ordnung höher als das Erlebte. Wer Schlimmes erlebt hat, soll sich trotzdem in eine Ordnung fügen. Das kann genau die alten Verletzungen wieder aktivieren, um die es eigentlich gehen sollte.

Ich habe diese Methode selbst gelernt. Ich weiß, wovon ich rede. Und ich will niemanden schlechtmachen. Aber es ist ein Unterschied.

In der IoPT ist es anders. Da steht Dein Erleben im Mittelpunkt, Deine Vergangenheit. Es wird keine Ordnung hergestellt. Es wird geklärt, was wirklich passiert ist. Aber auch in der IoPT lenkt die Leitung oft noch stark.

Wie ich arbeite

Und ich bin noch einen Schritt weitergegangen. Das ist mir erst beim Ansehen und Auswerten der Ergebnisse so richtig klar geworden.

Das fängt bei den Worten an. Ich bin Kommunikationsberaterin. Deshalb spielt Sprache bei mir von Anfang an eine große Rolle. Im Vorgespräch finden wir gemeinsam heraus, welche Worte Du aufstellen möchtest. Worte aus Deinem Alltag. Worte, hinter denen eine Frage steht. Das kann „Ich“ sein. Oder „Augen“. Oder „Schlaf“. Dabei schaue ich auch, ob Du in einem guten Ich-Zustand bist.

Dann werden die Resonanzgeber:innen festgelegt. Auch sie erzählen vorher kurz, wie es ihnen gerade zumute ist.

Und dann befragst Du Deine Teile. Du selbst. Ich sage Dir nur, wie. Manchmal ganz einfach: Frag nach, was es ist. Wenn Du zum Beispiel Deinen Sohn aufstellst: Wer steckt dahinter? Was ist es wirklich?

Dabei gibt es kein Falsch. Kein „Das will ich nicht“. Kein „Du bist blöd“. Es gibt nur die Frage: Bin das ich? Oder ist das ein Ahn? Wenn ich es bin, vielleicht in einem bestimmten Alter, arbeiten wir mit diesem Teil weiter. Wenn es ein Ahn ist, arbeiten wir mit ihm weiter. Oder er wird entlassen, nachdem Du Dich für die Informationen bedankt hast. Hin- und hergeschoben wird nichts.

Wie das konkret aussehen kann, erzähle ich in „Der Schmerzpunkt, der mal ein Kind war“.

So kommen wir Stück für Stück, Schicht für Schicht, in die Klarheit.

Ich helfe Dir, wenn Du nicht weißt, was Du fragen sollst. Zwischendrin spiegle ich Dir, wo wir gerade sind. Und wir schauen, wie Du weitermachen möchtest. Meistens findet sich ein organisches Ende. Weil sich herausstellt, worum es eigentlich geht. Am Ende frage ich immer, ob noch etwas offen ist.

Was mir dabei wichtig ist

Danach kommt die Entrollung. Die Resonanzgeber:innen kehren wieder ganz zu sich selbst zurück. Sie haben sich ja zur Verfügung gestellt. Und Dir Informationen über Teile gegeben, die Dir bisher nicht zugänglich waren.

Das ist für mich das Hochspannende: Du bekommst Klarheit über etwas, das Du mit Dir herumschleppst. Weil Du Deine Teile selbst befragen kannst. Dahinter steckt ein bestimmtes Schema, wie man herausfindet, wer da eigentlich spricht. Das ist meine Aufgabe. Und den Raum zu halten. Zu schauen, ob alles seinen Gang geht. Oder ob jemand etwas braucht.

Meine Abende finden online statt. Keiner fasst Dich an. Und es gibt keine Energievermischung.

Was ich damit meine? Viele schätzen es, in einer Aufstellung ihre eigenen Anteile zu umarmen. Ich selbst war oft irritiert. Stell Dir vor, eine Frau steht für meinen sechsjährigen Anteil. Wenn ich sie in den Arm nehme, umarme ich zwar meine Sechsjährige. Aber immer auch die Person, die sie vertritt.

Online fällt das Umarmen weg.

Dass Du Deine Teile selbst befragst und ich Dich dabei nur begleite, ist nicht bei allen so, die mit IoPT arbeiten. Für mich ist genau das der Kern.

Wer hält den Raum?

Mit starken Emotionen können viele Menschen nicht umgehen. Auch nicht alle Aufsteller.

Genau das gibt Sicherheit. Nicht: Es kommt nichts hoch. Sondern: Wenn was hochkommt, ist jemand da, der damit umgehen kann. Der Dir hilft, konstruktiv draufzuschauen.

Wer eine Aufstellung leitet, sollte selbst schon viele eigene Themen geklärt haben. Dann kann sie den Raum halten. Und nachvollziehen, was mit Dir passiert, während Du aufstellst.

Eine Person hat in der Umfrage genau das gefragt: „Traumatisierungen im Prozess – wie auffangen bei online und wenig direktiv?“

Gute Frage. Meine Erfahrung, so wie ich arbeite: Es kommt selten etwas Heftiges hoch. Eher zeigt sich etwas. Etwas, das bisher verborgen war.

Nicole Schrempf kennt das: „Es hat mir gezeigt, dass sich ganz andere Themen zeigen, als man denkt.“

Stell Dir vor, Du stellst „Augen“ auf. Und dann taucht Deine Großmutter auf. Sie erzählt etwas aus ihrem Leben, das Du noch nicht wusstest.

Oder es ist ein Teil von Dir. Etwas, das Du als Kind abgespalten hast und an das Du Dich nicht mehr bewusst erinnerst. Dann heißt es eher: Ach, das steckt hinter meinen „Augen“.

Die meisten erleben das als Erleichterung. Weil sie sich selbst besser verstehen. Oder ihre Ahnen. Manchmal ist auch ein Schreck dabei. Weil es so lange vergessen war.

Deshalb bin ich danach ein paar Tage erreichbar. Vieles findet schnell einen guten Platz. Manchmal hat jemand auch etwas gehört oder erlebt, das in der Aufstellung so gar nicht gesagt wurde. Auch das lässt sich korrigieren.

Und dann? Kehrt meistens Ruhe ein. Weil etwas ins Bewusstsein gekommen ist, das vorher im Nebel lag. Es wird klarer. Und ruhiger.

Die einen erwarten einen Sturm. Ich erlebe eher, wie sich ein Nebel lichtet.

Schau es Dir einfach an

Drei Menschen in meiner Umfrage hatten ihr stärkstes Erlebnis nicht in der eigenen Aufstellung. Sondern als Stellvertreterin, im Feld für jemand anderen. Kirsten schreibt:
„Als Stellvertreterin habe ich in einer anderen Aufstellung erlebt, was das für Energien fließen und bin heute noch, nach über 20 Jahren, beeindruckt.“

Genau so kannst Du anfangen. Bei meinen Abenden „Selbstbegegnung im Resonanzfeld“ bist Du als Resonanzgeber:in dabei. Ohne eigenes Thema. Du musst nichts von Dir erzählen. Du schaust, spürst, erlebst den Unterschied.

Das erste Mal ist kostenlos. Online, höchstens zwei Stunden. Die Termine findest Du hier. Wenn sich viele melden, gibt es Zusatztermine. Was Aufstellungen sonst so kosten, habe ich hier aufgeschrieben.

Und wenn Du erst noch mehr lesen magst: Im Artikel „Angst vor Aufstellung? Wenn Reden nicht mehr reicht“ erzähle ich, wann es sinnvoll ist, vom Reden ins Erleben zu gehen.

Danke an alle 36, die sich die Zeit genommen haben. Ehrlich, Eure Antworten haben mich mehr bewegt, als ich gedacht hätte.

Kurz zur Umfrage: 36 Antworten zwischen dem 3. September und 1. Oktober 2026, gesammelt über meinen Newsletter und eine Online-Community. Die meisten Teilnehmenden haben selbst Erfahrung mit Aufstellungen. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, sie zeigt Stimmen und Tendenzen.

Häufige Fragen zu Erfahrungen mit Aufstellungen

Wofür hilft eine Aufstellung?

Wer schon dabei war, nennt in meiner Umfrage fast alles: Familie, Beruf, Entscheidungen, Gesundheit, Schreibblockaden. Eine Teilnehmerin bringt es auf den Punkt: „Fast jedes Thema, in dem Energie ins Spiel kommt.“ Viele erzählen danach von mehr Klarheit und davon, dass das Leben leichter wird.

Ist eine Aufstellung sehr emotional?

Sie kann intensiv werden: 17 von 23 Menschen in meiner Umfrage fanden ihre Aufstellung intensiver als erwartet. Entscheidend ist, dass die Leitung den Raum halten kann, wenn etwas hochkommt. So wie ich arbeite, kommt selten etwas Heftiges hoch. Eher zeigt sich etwas, das bisher verborgen war.

Was ist der Unterschied zwischen einer Aufstellung nach Hellinger und IoPT?

Bei den „Ordnungen der Liebe“ nach Bert Hellinger steht die Ordnung höher als das Erlebte. In der IoPT nach Franz Ruppert steht Dein Erleben im Mittelpunkt: Es wird geklärt, was wirklich passiert ist. Bei mir befragst Du Deine Teile außerdem selbst, ich zeige Dir nur, wie.

Funktioniert eine Aufstellung auch online?

Ja. Meine Abende finden online statt. Keiner fasst Dich an, und es gibt keine Energievermischung. Das Umarmen fällt weg.

Kann ich eine Aufstellung erst einmal ausprobieren?

Ja. Bei meinen Abenden „Selbstbegegnung im Resonanzfeld“ bist Du als Resonanzgeber:in dabei, ohne eigenes Thema und ohne etwas von Dir zu erzählen. Das erste Mal ist kostenlos, online und dauert höchstens zwei Stunden.

Buntes Mandala mit Herzen auf Türkis – Symbolbild für Erfahrungen mit Aufstellungen

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Andrea Sam, Coach und Beraterin, vor Felsen in der Natur

Ich bin Andrea Sam — Coach, Beraterin und Seminarleiterin mit jahrzehntelanger Erfahrung in Kommunikation, Konfliktmanagement und persönlicher Entwicklung. Ich begleite Menschen, die Klarheit suchen — im Gespräch, in schwierigen Situationen und in sich selbst. Mein Ansatz ist ganzheitlich, nah am Menschen und nah an der Wirklichkeit.

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