Du atmest verkehrt herum.
Das hat der Atem gesagt. Also, genauer: Ich hab’s gesagt. Als Resonanzgeberin für den Atem. Hui. Und dann saß ich da und wusste selbst nicht so genau, was das eigentlich heißen soll. Ich vertraue dem Prozess. Es wird alles klar werden.
Kurz vorweg, falls Du Dich das frägst: Ja, man kann auch körperliche Beschwerden aufstellen. Sogar einen einzelnen Aspekt wie den Atem. Und das geht auch zu zweit, online.
Aber von vorn.
Eine Aufstellung zu zweit – online aus dem Krankenhaus
Ich hatte gehört, dass eine Frau im Krankenhaus liegt. Frisch operiert, am Hals. Es ging ihr nicht gut. Sie bekam schlecht Luft, im ganzen Brustkorb. Und deshalb wurde sie auch nicht entlassen.
Ich hab ihr angeboten: Wenn Du magst, können wir eine Aufstellung machen. Online. Nur wir zwei.
Geht das? Ja. Sie kannte die Arbeit gut und wusste, was sie fragen kann. Und ich bin selbst in Resonanz gegangen.
Resonanzgeberin heißt: Ich stelle mich für ein Element der Aufstellung zur Verfügung, hier den Atem, und spüre in meinem eigenen Körper nach, was sich zeigt.
Wir haben mehrere Worte aufgestellt. Hier geht es um einen Aspekt davon: den Atem.
Was der Atem gezeigt hat
Was dann passiert ist, beschreib ich mal so genau, wie ich kann. Ich setz mich auf. Ich will einatmen. Und merke: Oh. Einatmen tut weh. Also richte ich den Oberkörper auf, dehne mich, mache die ganze Bewegung des Einatmens – und blase dabei die Luft raus. Aus. Weg.
Die Bewegung sagt: rein. Der Atem macht: raus.
Verkehrt herum eben.
Ich hab dann noch versucht, es genauer zu erklären. Da ist ein Widerstand in der Brust. Und weil es dort wehtut, wird genau da ausgeatmet, wo der Körper eigentlich einatmen will. Eigentlich müsste sie erst ausatmen. Und dann ganz leicht einatmen. Ohne den Brustkorb zu überspannen, der ist durch die OP wahrscheinlich eh schon etwas überdehnt.
Klingt logisch, oder? Naja. Damit konnte sie nicht so viel anfangen. Mit „verkehrt herum“ schon eher.
Der Klick: Warum eigentlich die Brust?
Wir haben eine ganze Weile gerungen. Hin und her. Was meint der Atem? Was soll das heißen?
Und dann, ganz plötzlich, hat es bei ihr Klick gemacht.
„Warum konzentriere ich mich überhaupt auf die Brust?“
Die normale Atmung, die gesunde, ist doch die Bauchatmung. Also macht sie jetzt lieber Bauchatmung.
Und ehrlich, das war in dem Moment richtig spürbar. Ich dachte: Ja klar! Das ist sowieso die bessere Art zu atmen. Warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen?
Bin ich nicht. Sie schon.
Und genau so soll es sein. Die Lösung kam nicht von mir. Auch nicht vom Atem. Sie kam von ihr. Die Aufstellung hat nur angestoßen.
Und wie geht’s ihr heute? Sie ist inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen. Atmen ist kein Thema mehr.
Ist das nicht einfach Schonatmung?
Nein. Schonatmung ist nach so einer OP ganz normal: Man atmet flacher, damit es weniger wehtut. Was ich als Resonanzgeberin gezeigt hab, war etwas anderes. Ich hab eingeatmet, wenn sich der Körper zusammenzieht. Und ausgeatmet, wenn er sich dehnt. Genau verkehrt herum eben.
Viele bekommen nach einer OP gesagt, sie sollen einfach wieder tiefer atmen. Hier kam etwas anderes. Die Resonanz hat angestoßen, die Aufmerksamkeit ganz woanders hinzulenken. Weg von der Brust. Hin zum Bauch.
Kann man den Atem aufstellen?
Ja. Und genau deshalb erzähl ich Dir das.
Weil viele gar nicht wissen, was man alles aufstellen kann. Nicht nur die Familie. Nicht nur den Konflikt mit dem Chef. Sondern auch körperliche Beschwerden. Sogar einen einzelnen Aspekt davon. Den Atem. Und es geht auch zu zweit, online, aus dem Krankenhaus heraus.
Das hat mir auch meine Umfrage gezeigt: Die meisten denken bei Aufstellungen nur an die Familie.
Wo atmest Du gerade verkehrt herum? Worauf richtest Du Deine Aufmerksamkeit? Und wäre es woanders vielleicht viel leichter?
Häufige Fragen
Ja. In einer Aufstellung kann man nicht nur Familienthemen oder Konflikte anschauen, sondern auch ein körperliches Thema. Sogar einen einzelnen Aspekt davon, zum Beispiel den Atem. Die Aufstellung ist keine Behandlung, sondern ein Anstoß für einen neuen Blick.
Ja. Die Aufstellung in diesem Artikel war nur zwischen der Klientin und mir, online, während sie im Krankenhaus lag. Ich bin dabei selbst als Resonanzgeberin in Resonanz gegangen.
Eine Resonanzgeberin stellt sich in einer Aufstellung für ein Element zur Verfügung, etwa für einen Menschen, ein Gefühl oder den Atem. Sie spürt in ihrem eigenen Körper nach, was sich zeigt, und gibt das wieder.
Nein. Schonatmung ist nach einer OP üblich: Man atmet flacher, damit es weniger wehtut. In der Aufstellung zeigte sich etwas anderes. Eingeatmet wurde, wenn sich der Körper zusammenzieht, und ausgeatmet, wenn er sich dehnt. Also genau verkehrt herum.
Wenn Du so etwas selbst erleben magst: Bei meinen Resonanzfeld-Abenden stellen wir online auf. Und das erste Mal als Resonanzgeberin ist bei mir kostenlos.