Mein 12 von 12 im September: ein scheinbar ganz normaler Urlaubstag. Wir sind mit unserem Wohnmobil unterwegs, und heute sind wir in Dinkelsbühl.

Neben mir liegt die Powerbank, die muss ich nachher noch laden – praktisch, wenn man Solar auf dem Dach hat.

Wir haben schon ein klares Programm: Kaffee trinken in der Kaffeerösterei, der schmeckt dort herrlich, es gibt einen kleinen Garten, und auf dem Rückweg will ich noch Fotos von der Stadt machen. So der Plan.
Ich fahre mit dem Rad in die Stadt, da ich schlecht zu Fuß bin. Doch heute, nach ein paar Metern, macht das Rad schlapp. Wir müssen umkehren. Reparieren lässt es sich so nicht. Also: Änderung des Tagesplans.

Zwischendurch kristallisieren sich bei mir auch noch massive Hüftschmerzen heraus, und wir beschließen, heute einfach hierzubleiben. Das ist keine Strafe. Wir haben einen schönen Stellplatz direkt an der Wiese. Hier wurde gestern das Gras gemäht, gerade als wir angekommen sind. Eigentlich toll, oder? Nein – wir hatten uns so gefreut, dass der Spitzwegerich zu sehen war und das Gras einige Zentimeter hoch stand. Aber ich glaube, wir sind so ziemlich die einzigen, die sich daran freuen und das nicht als „ungepflegt“ erleben. Neulich habe ich mitbekommen, dass die Stadtgärtner ausrücken müssen, sobald das Gras eine bestimmte Höhe hat – es darf nicht über 10 cm lang sein. Da sind wir völlig anders gestrickt: Uns gefällt es viel besser, wenn Gras da ist, als jetzt das kurze Gras mit den vielen Löchern, die er tatsächlich reingemäht hat.

Vor dem Frühstück müssen wir erst noch spülen.

Am Vormittag füllen wir Wasser auf. Dafür haben wir Volvic-Flaschen, die gut ins Regal passen. So krass: Das Wasser ist günstig, ja – aber der Wasserdruck war so hoch, dass es mich von oben bis unten nass gespritzt hat. Da gab’s herzlich was zu lachen. So nass war ich ungewollt schon lange nicht mehr.

Mittags laufe ich über die kleine Wiese zur Badestelle. Es ist mir dann doch etwas zu frisch, um in den Fluss zu hüpfen – sonst wäre ich zu ausgekühlt.

Am Nachmittag laufe ich weiter zum Fluss. Unterwegs sehe ich Brennnesseln, die er „aus Versehen“ hat stehen lassen. Das gefällt mir.

Dazu der Blick in den Himmel und auf den Fluss.

Ich gehe mit den Füßen rein, mache Wellen und beobachte das Wellenbild.

Im Gespräch mit meinem Mann fällt mir dann ein: Es gibt ja das Vergebungsritual der Hawaiianer. Ich recherchiere gleich im Internet. Es gibt zwei Varianten – die eine ist für uns Touristen, also etwas Nachgebautes, die andere ist die ursprüngliche Form. Ich bin beeindruckt, wie die Menschen dort wirklich ihre Konflikte angehen. Alle Achtung. Und wäre das auch etwas für unseren Kulturkreis? Wie könnte man das integrieren?

Am Abend spielen wir wie immer Rummikub – ich spiele es sonst nie, nur im Urlaub. Heute haben wir einen Gast: ein Marienkäfer ist da und will partout nicht wegfliegen. Erst turnt er auf meiner Brille herum – das Foto davon ist übrigens unser Beitragsbild oben –, die ich dann auf den Tisch lege, später klettert er auf die Spielsteine…

…bis ich irgendwann doch Bedenken habe, dass wir ihn aus Versehen zerdrücken. Ich setze ihn in unserer Küche ab. Dort ist er dann irgendwohin verschwunden.
Mehr Rückblicke – und weitere 12-von-12-Tage – findest du in der Kategorie Rückblicke & Ausblicke.