Viele Frauen erleben in Beziehungen immer wieder ähnliche Verletzungen.
Sie sind verunsichert, zweifeln an sich und suchen Antworten im Außen.
Oft geht es dabei weniger um den Partner als um alte innere Wunden.
Schon diese Frage zeigt, dass wir uns selbst nicht mehr trauen.
Dieser Text lädt Dich ein, wieder bei Dir anzukommen.
Wenn wir im Außen nach Antworten suchen
Häufig kommt es vor, dass unser Partner Dinge tut, mit denen wir nicht einverstanden sind.
Statt uns dann um uns und unsere Gefühle zu kümmern, fragen wir uns, ob wir zu empfindlich sind.
Und wir fragen andere um Rat, ob das, was er tut, normal ist.
Dabei geht es nicht darum, ob der andere normal ist.
Es geht um mich.
Will ich das?
Halte ich das aus?
Was macht das mit mir?
Oft fühlen wir uns sehr verletzt durch das,
was wir mit unseren Partnern erleben oder auch aushalten.
Und wir suchen die Lösung im Partner.
Oder in einem anderen Partner.
Dabei ist meist nicht der Partner das eigentliche Thema.
Sondern der Schmerz,
der in mir berührt wird.
Was ich in Facebook-Gruppen beobachte
In vielen Facebook-Gruppen lese ich seit Jahren mit.
Dort schreiben Frauen anonym über ihre Beziehungen.
Sehr ehrlich.
Sehr offen.
Oft sehr verzweifelt.
Was mich dabei berührt:
Ihr Schmerz ist deutlich spürbar.
Und trotzdem suchen sie die Lösung fast immer im Außen.
In den Antworten der anderen.
In Meinungen.
In Einschätzungen.
Bei vielen dieser Beiträge wird mir schwer ums Herz.
Und ich frage mich oft,
wie ich diese Frauen erreichen könnte.
Ihr Schmerz ist offensichtlich.
Ihre aktuelle Not ist sichtbar.
Und gerade deshalb suchen sie verzweifelt nach Lösungen.
In Antworten.
In Einschätzungen.
Im Verhalten des Partners.
Aber egal, was sie dort bekommen –
es bringt ihnen meist keine wirkliche Erleichterung.
Auch nicht in der Beziehung,
die gerade läuft.
Warum gut gemeinte Ratschläge oft nicht helfen
Toll ist, wie sich die Frauen gegenseitig unterstützen und aus ihrem eigenen Leben erzählen.
Das ist oft sehr bereichernd.
Und ich finde es schön, wie verbunden sie sich dort fühlen.
Sehr häufig lenken diese äußeren Geschichten aber vom Inneren ab.
Nämlich von der Frau, die gepostet hat.
Oft dürfte man ihr eigentlich gar keine Antworten geben.
Sondern müsste ihr Fragen stellen:
Wie geht es Dir damit?
Wie erlebst Du das?
Passt das zu Deinem Wertesystem?
Was sagt Dein Bauch dazu?
Dann kämen die Frauen sich selbst näher.
Einer alten Wunde.
Etwas in ihnen Verborgenem.
Oder auch der Klarheit:
Ich bin mir mehr wert,
als mich so behandeln zu lassen.
Mein eigener Weg durch den Trennungsschmerz
Ich habe das selbst erlebt.
Als sich mein Partner von mir trennte,
befiel mich ein unsagbar tiefer, existenzieller Schmerz.
Jede Freude, jede Lebendigkeit war mir wie abgeschnitten.
Ich lebte.
Aber ich funktionierte nur noch.
Dieser Schmerz war so stark,
dass ich irgendwann merkte:
Da stimmt etwas nicht.
So „toll“ war diese Beziehung auch wieder nicht,
dass sie mich so hätte zerreißen müssen.
Ich fragte mich:
Wo kommt dieser unfassbare Schmerz her?
Wenn alte Familiengeschichten in uns weiterwirken
Im Laufe der Jahre fand ich die Antwort.
Es war ein übertragener Schmerz.
Ein ungelebter, nicht bearbeiteter Schmerz
meiner Eltern und Großeltern.
Sie hatten frühe Verluste erlebt.
Abschiede, für die es keinen Raum gab.
Diese Trauer wurde nicht gefühlt.
Nicht betrauert.
Nicht ausgesprochen.
In der Traumaforschung weiß man heute,
dass solche unverarbeiteten Erfahrungen
an die nächsten Generationen weitergegeben werden können.
Dass wir Gefühle in uns tragen,
die nicht aus unserem eigenen Leben stammen.
Sondern aus der Geschichte unserer Familie.
Und dass sich diese alten Verletzungen
oft in aktuellen Situationen zeigen.
Bei Trennungen.
Bei Verlusten.
Bei Abschieden.
In mir zeigte sich das
in dieser existenziellen Tiefe.
In dieser Wucht.
Und oft ist schon das Erkennen
ein erster wichtiger Schritt.
Zu verstehen:
Das gehört nicht nur zu mir.
Ich bin nicht falsch.
Ich bilde mir das nicht ein.
Was Partner in uns auslösen können
Aus meiner langen beruflichen Erfahrung
und aus den vielen psychologischen Hintergründen,
mit denen ich gearbeitet habe,
weiß ich heute:
Nicht der Partner tut uns weh.
Er triggert etwas in uns.
Etwas, das schon vorher da war.
Eine alte Wunde.
Ein altes Gefühl.
Eine alte Geschichte.
Die entscheidende Frage ist dann:
Kannst Du diesen Partner dafür ertragen?
Und kann er Dich darin tragen?
Denn eine der Aufgaben
in einer guten Partnerschaft ist es,
sich gegenseitig bei diesen Wunden zu begleiten.
Nicht sie auszunutzen.
Nicht sie kleinzumachen.
Sondern sie achtsam zu berühren.
Dafür braucht es Verständnis.
Respekt.
Wertschätzung.
Lieben können – und trotzdem gehen
Mit dieser Erkenntnis begann sich etwas in mir zu verändern.
Ich konnte den Schmerz einordnen.
Und irgendwann merkte ich:
Es ist schön, dass es diesen Mann gibt.
Aber wir müssen unser Leben
nicht miteinander verbringen.
Das war erleichternd.
Ich musste ihn mir nicht aus dem Leib reißen.
Ich durfte einfach anders weiterleben.
Wenn Bindungssehnsucht aus altem Schmerz entsteht
Vielen Frauen ist das nicht bekannt.
Sie kennen weder den Gedanken des transgenerationalen Traumas,
noch nehmen sie sich selbst ernst genug,
um sich wirklich zu fragen,
ob sie das so wollen.
Oft ist die Sehnsucht nach Bindung so groß,
dass sie glauben,
genau diesen Mann zu brauchen –
auch wenn sie spüren,
dass er ihnen nicht guttut.
Auch das ist ein Irrtum.
Diese Bindungssehnsucht kommt oft aus der Kindheit.
Und wenn sie wirkt,
ist keine erwachsene Beziehung möglich.
Dann binden wir uns aus altem Schmerz.
Aus alter Abhängigkeit.
Das hat wenig mit einer freien, reifen Entscheidung zu tun.
Mit der Frage:
Passen unsere Leben zusammen?
Tun wir uns gut?
Bereichern wir uns?
Wenn Verletzungen nicht Deine Verantwortung sind
Viele Frauen nehmen sich gar nicht ernst genug,
um sich zu fragen,
ob sie das Verhalten ihres Partners wirklich akzeptieren wollen.
Ob es reif ist.
Ob es erwachsen ist.
Ob es respektvoll ihnen gegenüber ist.
Aus alten Verletzungen und Traumata
entstehen viele Handlungen,
die man als Partnerin nur als verletzend erlebt
und oft gar nicht verstehen kann.
Das erklärt manches.
Aber musst Du sein Trauma verstehen?
Musst Du deshalb mit ihm leben?
Ich denke nicht.
Vielleicht geht es vielmehr darum,
jemanden an Deiner Seite zu haben,
mit dem Ihr Euch gegenseitig aufbaut.
Euch stärkt.
Und Euch in Eurem So-Sein wachsen lasst.
Raum für Klärung
Genau für solche inneren Fragen gibt es den Abend der Klarheit.
Einen geschützten Raum,
in dem Du Deine Situation in Ruhe anschauen kannst –
ohne Rechtfertigung, ohne Bewertung, ohne Druck.
Du kannst zuhören,
mitdenken
oder – wenn es passt – ein eigenes Thema einbringen.
Mehr dazu findest Du hier:
👉 https://andreasam.com/angebote/abend-der-klarheit/
| Andrea Sam – Kommunikationsberaterin & Coach Ich begleite Menschen dabei, sich in Gesprächen selbst zu erkennen, innere Klarheit zu gewinnen und aus einer stimmigen Haltung heraus zu handeln. In meiner Arbeit verbinde ich feine Wahrnehmung, langjährige Erfahrung in Beratung und Coaching und einen ruhigen, respektvollen Blick auf menschliche Dynamiken. |