Wenn KI alles echt wirken lässt – woran erkenne ich noch Wahrheit?

Diese Woche war der 1. April, und ich habe einen Aprilscherz zur „Wahrheitsbrille“ veröffentlicht.
Du kannst ihn hier nachlesen.
Und ehrlich gesagt: Beim Schreiben habe ich gemerkt, wie sehr mich dieses Thema wirklich beschäftigt.
Denn die Frage, was wahr ist – und was nicht – ist für mich gerade sehr präsent.

Wahrheit ist nicht nur eine Frage des Blickwinkels

Denn ich erlebe gerade, wie schwer es geworden ist, Wahrheit einzuordnen.
Bilder können täuschen.
Geschichten verändern sich – je nachdem, wer sie erzählt.

Ich habe einmal gesehen, wie ein und dasselbe Foto für völlig unterschiedliche Ereignisse im ZDF verwendet wurde.
Seitdem schaue ich anders hin.

Denn ich glaube nicht, dass alles nur eine Frage des Blickwinkels ist.
Das sagen wir oft – gerade in der Kommunikation.

Aber Wahrheit ist nicht beliebig.
Sie wird erst zum „Blickwinkel“, wenn wir sie nicht genau kennen –
oder beginnen, sie in Gedanken zu verändern.

Was ist jetzt wirklich da?

Auch über Ostern werden uns viele Geschichten erzählt.
Vom Osterhasen, von Eiern, von Frühling und Neubeginn.
Vieles davon kennen wir seit Jahren.

Aber wenn ich jetzt nach draußen schaue:
Sehe ich einen Osterhasen?
Oder sehe ich überhaupt einen Hasen?

Spüre ich noch Kälte – oder schon die Sonne auf der Haut?

Für mich geht es darum, was gerade jetzt tatsächlich da ist.
Was ich jetzt wahrnehmen kann.
Mit meinen eigenen Sinnen, um bewusst im JETZT zu leben.

Wenn Wirklichkeit erzeugt werden kann

Am 1. April kam eine Mail von Gemeni. Bevor ich sie löschte, dachte ich: Ich schaue mal, was die schreiben. Dann ging mein Staunen los.

Ich bin schon seit längerem bei ChatGPT und spüre da deutlich Grenzen –
und teste deshabl seit einiger Zeit auch andere Tools.

Also habe ich mir heute die Mail von Gemini angeschaut und gesehen:
Ah, da kann man sich Songs erstellen lassen.

Man muss nur das Thema eingeben, wovon der Song handeln soll.
Also klar – heute: von Wahrheit.

Ich drückte auf den Knopf – und wenige Minuten später ertönte ein Lied über die Wahrheit.

Ja, unglaublich.

Ob Gemini das auch in einem anderen Musikstil kann?
Klar. Also wünschte ich mir das Ganze als Reggae, mit deutschem Text.

Und zauber, zauber – während ich ein Glas Wasser getrunken habe, war der Song da.

Wenn ich will und die kostenpflichtige Version habe, macht er mir auch noch ein Video.
Wenn ich ihm dafür drei Fotos hochlade, animiert er sie.

Unglaublich.

Ich will die bezahlte Version gerade nicht.
Aber ich ließ mir mit meinem KI-Foto über die Wahrheitsbrille ein Bild erstellen, das ich als Cover nutzen könnte. Ich habe es als Beitragsfoto genommen. Du siehst es ganz oben.

Es ist nicht schön.
Aber das berührt meine Begeisterung nicht.

Unglaublich, was die KI mir in wenigen Sekunden alles liefert.

Ich liebte Kaffee und habe sogar einmal einen Latte-Art-Kurs gemacht.
Aber dass ich mal einen Latte mit meinem Gesicht haben könnte, hat mir gerade die KI erstellt.

Der Hammer.

ein Foto von mir als Vorlage und Gemeni die KI erzeugte ein Latte Art Foto

Naja, so ganz bin ich das nicht.
Und in echt würde ich auch nicht mein eigenes Foto trinken wollen.

Aber was technisch möglich ist, fasziniert mich.

Ich bin gespannt, was mein Mann zu dem KI Thema sagt.
Er kommt aus der Musiker-Ecke und hat Ansprüche an die Qualität der Musik.

Ich hab die KI gefragt, ob sie das Lied auch im Chopin oder Bach – Stil machen kann. Das darf sie nicht. Aber sie generierte mir eine Version im klassischen Opernstil– das war in 2 Minuten fertig.

Was ist daran eigentlich wahr?

Was ist das jetzt, was ich da in meiner Begeisterung erzeugt habe?

Ist das echt?

Ja, es sind echte Liedfragmente.
Ich darf sie benutzen, da ich sie von der KI habe erstellen lassen.

Ich will auch nicht warnen:
Ob man echt oder KI in Zukunft unterscheiden kann?
Ist das überhaupt nötig?

Oder leben wir in einer Zeit, wo sowieso alles vermischt wird?

Vieles kann die KI einfach besser.
Und in manchem ist sie auch noch sehr schlecht.

Selten habe ich mich so herausgefordert gefühlt, wirklich zu sagen, was ich meine und denke.

So oft habe ich erlebt, dass die KI mir sagen will, was ich zu fühlen, zu tun oder zu denken habe.

Ich arbeite gerne nachts.
Und greife oft Gespräche vom Vortag wieder auf.

Mehr als einmal kam dann:
„Für heute ist es genug.“

Dabei hatte ich gerade erst angefangen.

Und noch etwas fällt mir auf:

Ich bin Beraterin.
Ich stelle Fragen.
Viele Fragen.

Bevor ich überhaupt beginne, etwas einzuordnen.

Die KI macht es anders.
Sie will sofort Antworten liefern. Lösungen. Umsetzung.

Während ich noch frage.

Und genau daran merke ich den Unterschied.

Ich bleibe bei mir.
Und werde klarer.

Dadurch, dass sie so übergriffig ist, erkenne ich es –
und werde in mir imeiner selbst mmer klarer.

Damit finde ich heraus, was mich ausmacht –
und was die KI ausmacht.

Was bleibt – wenn immer mehr möglich wird?

Ich bin neugierig und offen, wohin diese KI-Entwicklung uns in Zukunft bringt.

Bei vielen Dingen bin ich schon sehr positiv überrascht worden.

Wenn ich nur daran denke, als die ersten Präsentationen entstanden sind,
wie viele Stunden, ja Wochen, die Leute daran gebastelt haben –
und wie jetzt die KI innerhalb weniger Minuten etwas sehr Brauchbares erstellen kann.

Was kann sie dann in ein paar Jahren?

Und worin unterscheiden wir Menschen uns dann noch?

Ein spannendes Lernfeld.

Woran merke ich, was von mir kommt?

Ich merke deutlich, was ich bin – und was die KI ist.
Nicht intellektuell, sondern vom Gefühl her.

Und gleichzeitig führt mich genau das zur nächsten Frage:
Was sind Gefühle eigentlich – und woher kommen sie?

Das ist etwas, das ich gerade für mich untersuche.

Wenn alles echt wirken kann,
wird die Frage nach Wahrheit nicht einfacher.

Sie war es auch vorher nicht.

Aber sie wird persönlicher.

Und vielleicht beginnt sie genau dort,
wo ich anfange, mich selbst zu spüren –
und für das einzustehen, was ich wahrnehme.

Wenn Dich diese Frage beschäftigt –
was für Dich wirklich wahr ist –
dann lohnt es sich, dort genauer hinzuschauen.

Im Abend der Klarheit entsteht genau dafür ein Raum.


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Andrea Sam