Das Wichtigste in Kürze
- Aufstellung ist nicht gleich Aufstellung – Methoden und Leitungsstile unterscheiden sich stark.
- Kläre vorab, ob eine Aufstellung wirklich das richtige Werkzeug für Dein Thema ist – manches lässt sich auch im Gespräch lösen.
- Als Resonanzgeber:in mitzugehen ist der beste erste Einstieg, wenn Du selbst noch unsicher bist.
- Online-Aufstellungen wirken genauso intensiv wie vor Ort – ganz ohne Anfahrt.
Verbreitet wurden Aufstellungen vor allem seit 1993. Seitdem kenne ich auch den Aufstellermarkt und habe viele Aufstellungen besucht. Deshalb kann ich heute ganz klar sagen: Aufstellung ist nicht gleich Aufstellung. Und es geht dabei längst nicht nur um Familienthemen – mir geht’s vor allem um innere Klarheit. Je nach Leiter, je nach Lehrer gibt es völlig verschiedene Aufstellungsarten. Ich versuche hier in diesem Artikel Aufzählungen zu machen und Orientierung zu geben – für alle, die noch nichts kennen, bis hin zum Aufstellungsprofi findest Du hier eine Liste mit 63 Aufstellung-Tipps.
Bert Hellinger wurde durch Gunthard Weber bekannt, das war ungefähr 1994. Wenige Jahre danach habe ich die Fortbildung nach Hellinger gemacht. Bei Hellinger selbst war ich nie, aber sein Werk habe ich immer verfolgt, seine Bücher gelesen und Videos von seiner Arbeit gesehen. Nach der Fortbildung hatte ich das Gefühl, ein Grundwerkzeug zu haben. Also habe ich selbst Seminare gegeben, Aufstellungen gemacht, auch Organisationsaufstellungen. Aber noch viel mehr habe ich die ganze Aufstellerszene erkundet.
Ich war bei unzähligen Aufstellungen dabei, bei den unterschiedlichsten Leiterinnen und Leitern. Bei manchen habe ich mich gut aufgehoben gefühlt, jede hat mich zum Nachdenken gebracht. Es gab aber auch sehr skurrile Erlebnisse. Ein Aufsteller redete so geschwollen, dass ich nach der ganzen Sitzung nicht verstanden habe, worum es eigentlich ging. Eine Heilpraktikerin führte eine Aufstellung so platt und dogmatisch – so ist es und nicht anders –, dass ich richtig erschrocken war. Und ein Organisationsaufsteller sagte mir einmal, ich würde das schon noch erkennen, und solle ihm dann schreiben. Ich war nur wütend. Ich dachte: der imitiert doch nur Hellinger. Geschrieben habe ich ihm nie, weil ich einfach keine Erkenntnis dazu hatte.
Hellinger hat die Aufstellungsarbeit bekannt gemacht, und lange haben sich viele nach ihm ausgerichtet. Dann gab es einen großen Knall in der Szene, und man hat sich von ihm losgesagt. Seitdem geht jeder seinen eigenen Weg – deshalb gibt es heute ganz unterschiedliche Strömungen in der Aufstellerszene, von ganz klassisch nach Hellinger bis zu Methoden, die man manchmal kaum noch nachvollziehen kann.
Ungefähr fünfzehn Jahre nach meiner ersten Fortbildung, die sich über mehrere Wochen erstreckte, habe ich Franz Ruppert und seine Arbeit kennengelernt. Er kommt auch aus dem klassischen Familienstellen, hat aber einen eigenen Weg entwickelt. Ich habe bei einer Ruppert-Schülerin die Ausbildung gemacht, und seitdem fühlt sich meine Arbeit stimmiger an, selbstbestimmter und wirkungsvoller. Trotzdem hat mir auch die andere Seite viel gebracht: Die Ordnungen in Organisationen helfen mir bis heute, wenn eine Führungskraft mit einem Problem zu mir kommt – dann sehe ich oft sehr schnell, welche Ordnung in ihrem Unternehmen gerade nicht eingehalten wird.
Aus all diesen Jahren, all diesen Leiterinnen und Leitern, den guten wie den skurrilen, ist diese Liste entstanden. 63 Tipps. Manche für Dich, wenn Du noch nie bei einer Aufstellung warst und einfach nur wissen willst, worum es geht – die Fachbegriffe erkläre ich Dir beim ersten Auftauchen kurz in Klammern. Andere für Dich, wenn Du schon mehrere erlebt hast und tiefer einsteigen willst. Leg los, wo Du stehst.
Du kennst Aufstellungen noch nicht:
Aufstellungen sind eine Methode, die dem, was Dir verborgen ist, eine Stimme gibt. Resonanzgeber:innen (manche nennen sie auch Stellvertreter:innen) machen dabei sichtbar, was sonst unsichtbar bleibt. Wie das genau funktioniert, ist bis heute ein Rätsel – es gibt viele Theorien, aber keine, die es endgültig erklärt. Wer es einmal erlebt hat, weiß trotzdem, wie es wirkt. Und dabei ist es egal, worum es geht: ob Du Deine Kopfschmerzen sichtbar machen willst, oder ob Du Deine Mutter aufstellen willst.
- Ziehe eine Aufstellung in Betracht, wenn Gespräche allein nicht mehr weiterhelfen.
- Geh zu einer Aufstellung, wenn Du in eine unklare Situation Licht hineinbringen willst.
- Schaue Dir den Aufstellungsleiter genau an. Spricht er/sie Dich als Mensch an, passt sein Hintergrund, seine Einstellung zu Dir? Fühlst Du Dich gesehen und wertgeschätzt von ihr?
- Gehe erstmal als Stellvertreter bzw. Resonanzgeber:in mit, um die Person bei ihrer Arbeit kennenzulernen.
- Du darfst eine Aufstellung auch nur von außen beobachten, statt selbst eine Rolle zu übernehmen.
- Kläre in einem Gespräch, ob eine Aufstellung aus Sicht des Leiters oder der Leiterin das richtige Werkzeug für Dein Anliegen ist. Manches lässt sich auch anders lösen.
- Erwäge eine Aufstellung, wenn Du den Ursprung eines wiederkehrenden Musters verstehen willst.
- Höre auf, Dich gedanklich im Kreis zu drehen, und such Dir professionelle Unterstützung, wenn Grübeln Dich nicht weiterbringt.
- Kläre vorab mit dem Aufsteller oder der Aufstellerin, ob Du wirklich eine konkrete Frage mitbringen musst.
- Rechne damit, dass sich Deine eigentliche Frage oft erst während des Seminars klärt.
- Wenn Du bei mir eine Aufstellung machen möchtest: Melde Dich direkt, wenn Du es eilig hast – dann findet sich oft innerhalb weniger Tage ein Termin.
- Erwäge eine Aufstellung auch bei einem wiederkehrenden Konflikt – frag Dich dann nicht nur, was Dein Anteil daran ist, sondern was in Dir es überhaupt ermöglicht, die Situation so zu erleben.
Du kennst Familienaufstellung schon?
Du kennst Familienaufstellung schon? Dann lass Dir von mir sagen: Familienaufstellung ist nur ein ganz kleiner Teil aus dem Bereich Aufstellungen. Es ist eine Methode, bei der familiäre Themen angeschaut und dann nach dem Muster von Hellinger gelöst werden. Dieses Muster hat eine klare Ordnung und zeigt sich vor allem durch Sätze, die wiederholt werden sollen. Der Leiter ist dabei sehr aktiv und „sortiert“ die Familie, sobald er einen Eindruck hat, wo sie in Unordnung geraten ist.
Es gibt viele Abweichungen vom klassischen Familienstellen – viele gehen in eine ähnliche rituelle Richtung und nutzen Bert Hellingers Wissen, ändern es aber auf ihre eigene Weise ab. Erkennbar daran: es gibt formelle Sätze, und der Leiter hat eine Ordnung im Kopf, die er Dir weitergeben will. Manchmal reicht es schon, Hellingers Ordnungen der Liebe zu kennen (seine Grundprinzipien wie Zugehörigkeit, Rangfolge und Ausgleich von Geben und Nehmen) – wer sie einhält, erlebt private wie geschäftliche Situationen oft entspannter. Auch gibt es Familienstellen, das sich in stummen Bewegungen der Seele zeigt – die Menschen sprechen dabei nicht miteinander, sondern bewegen sich stumm im Raum.
Nach vielen Jahren klassischem Familienstellen sehe ich mittlerweile mehr Grenzen als Wert darin. Völlig im Gegensatz dazu steht die Arbeit von Franz Ruppert. Da ist die Leitung lediglich Leitrahmen und hilft, dass derjenige, der aufstellt, seinen eigenen Prozess selbst führt. Das hört sich kompliziert an, ist aber letztlich viel einfacher, leichter, selbstverantwortlicher und selbstbestimmter. Nimm zunächst als Resonanzgeber:in an einem Aufstellungsabend oder einer IoPT-Sitzung teil, um die Methode kennenzulernen – ich habe die IoPT-Fortbildung selbst absolviert und bin bis heute fasziniert, was hinter scheinbar zugehörigen Dingen steckt. Vertrau dabei Deiner eigenen Autonomie mehr als starren Vorgaben eines Aufstellers – ich verwende die klassischen Lösungssätze nach Hellinger heute selbst nicht mehr.
Eine Sonderform: Es gibt auch verdeckte Aufstellungen, bei denen nur der oder die Aufstellende weiß, worum es sich handelt. Die Resonanzgeber:innen bekommen lediglich ein Codewort, ein Symbol oder einen Buchstaben. Auch hier lässt sich die Wirkung super sehen.
Und eine weitere Sonderform: Prüfe vorab, ob eine Aufstellung mit Stellvertretung für Dich infrage kommt – das geht, wenn Du selbst zu krank bist, um dabei zu sein, und jemand anderes sie stellvertretend für Dich durchführt.
Und noch eine Sonderform: Auch Themen aus Deinem Arbeitsumfeld oder aus Organisationen lassen sich aufstellen, nicht nur private oder familiäre Anliegen – bei einer Organisationsaufstellung geht es zum Beispiel um Deinen Arbeitgeber, Deine Firma, Kolleginnen und Kollegen oder anstehende Entscheidungen.
Wie läuft es bei mir ab?
Als Kommunikationsberaterin spreche ich erstmal mit Dir, um zu sehen, wo Du stehst und was Du mitbringst – manchmal ergeben sich daraus schon erste Lösungsansätze. Dann klären wir, welche Begriffe Du aufstellst: Bring dazu ein klares Thema in ein bis drei Worten mit, eines davon sollte immer „Ich“ sein. Danach suchst Du Dir Resonanzgeber:innen für Deine drei Worte – wie das für sie abläuft, steht im Kapitel „Resonanzgeber:in sein“ weiter unten.
Als Aufstellende:r führst Du mit mir vor der Gruppe ein Vorgespräch, damit wir auf die Begriffe kommen. Die Gefühle, die zu Dir und Deinem Thema gehören, werden in dem Moment online sichtbar, in dem die Resonanzgeber:innen benannt sind. Dann fängst Du an, sie einzeln zu befragen: Dazu gibt es ein Frageschema, das ich Dir als Leiterin zur Verfügung stelle, falls Dir selbst keine Frage einfällt. Durch die Fragen erfahren wir, wohin der jeweilige Teil gehört und warum er bei Dir ist, was er mit Dir zu tun hat und was er jetzt sichtbar und hörbar machen will.
- Bestimme selbst, wie weit Du in einer Selbstbegegnung gehen möchtest.
- Während der Aufstellung befragen wir immer wieder nach Deiner Biografie, die gerade sichtbar wird – es hilft, darüber Auskunft zu geben.
- Gib präsenter Kommunikation immer Vorrang vor dem geplanten Methodenablauf.
- Achte auf kleine Signale wie einen gesenkten Blick, eine veränderte Haltung oder fehlende Worte.
- Ich als Leiterin achte darauf, ob Du in einen frühen, kindlichen Zustand zurückfällst.
- Stelle Deine Fragen langsam, mit Pausen, und wiederhole sie notfalls, damit Du sicher mit demselben inneren Anteil sprichst.
- Stelle als Klärungsfrage zum Beispiel: Wie alt fühlst Du Dich, oder gehörst Du zu mir? Ich habe durch solche Fragen in Aufstellungen schon viel über meine eigenen Vorfahren gelernt.
- Frag im entscheidenden Moment einfach: Ich sehe Dich, wie geht es Dir gerade?
- Achte darauf, ob Du respektiert und ernst genommen wirst – und ob Entscheidungen über Dich hinweg getroffen werden.
- Prüfe, ob Du das Ergebnis einer Aufstellung innerlich auch wirklich annehmen kannst.
- Auch nach der Aufstellung stehe ich Dir für Rückfragen und Erfahrungen zur Verfügung – eine gewisse Nachbetreuung gehört für mich dazu.
Was bedeutet es, Resonanzgeber:in zu sein?
- Lass Dich auf den Prozess als Resonanzgeber:in ein – Du kannst jederzeit aussteigen oder gar nicht erst einsteigen.
- Bekunde zu Beginn Deine Bereitschaft, als Resonanzgeber:in zur Verfügung zu stehen.
- Als Resonanzgeber:in schau, ob Du mit dem Wort in Resonanz gehen möchtest – sonst sag an der Stelle Nein.
- Sollte Dir während der Aufstellung die Rolle zu viel werden, sag es ganz deutlich, und Du wirst aus der Rolle genommen. Das steht Dir zu, der Leiter muss für eine andere Lösung sorgen.
- Halte Dich dabei persönlich leer und versuche nicht, aus Deinem Ich heraus Tipps zu geben.
- In der Rolle bekommst Du Gefühle, die Du vorher nicht hattest – drück sie aus, wenn Du gefragt wirst, und antworte so, wie es Dir aus der Rolle heraus möglich ist.
- Rechne damit, dass auch körperliche Schmerzen oder Symptome auftauchen können, die Du vorher nicht hattest – sie verschwinden nach einer sauberen Entlassung aus der Rolle wieder.
- Achte darauf, dass eine Rollenentlassung wirklich für die betroffene Person geschieht – ich gebe dafür Vorgaben und rituelle Sätze.
- Ist am nächsten Tag noch nicht alles weg: geh duschen und schüttle alles Fremde ab.
- Hilft das nicht: melde Dich bei mir.
Aufstellung online: was ist anders?
- Drück Nähe in einer Online-Aufstellung verbal aus, z. B. mit einem Satz wie „Ich fühle mich Dir sehr nahe“ – das ersetzt die fehlende Berührung. Ein Kollege hat mir mal gesagt, dass ihm die körperliche Nähe fehlt. Ich seh das anders: Genau das macht es für viele erst möglich. Niemand muss sich anfassen lassen – und trotzdem spüre ich den Resonanzgeber wirklich, nicht nur als gedachten Teil von mir selbst.
- Vertrau darauf, dass nicht das Online-Format die Grenze setzt, sondern Du selbst, wie viel Du im Moment tragen kannst.
- Rechne mit minimaler Vorbereitung bei einer Online-Aufstellung – nach der Sitzung bist Du sofort wieder zu Hause, ohne Heimreise.
- Wisse, dass Du bei einer Online-Aufstellung jederzeit leicht aussteigen kannst, wenn es Dir zu viel wird.
- Trau Dich auch mit ungewöhnlichen Themen in eine Aufstellung – wir haben schon Künstliche Intelligenz aufgestellt, und gerade solche Themen inspirieren die ganze Gruppe besonders.
- Melde Dich direkt, wenn’s eilig ist – dann findet sich oft innerhalb weniger Tage ein Termin für Deine Aufstellung.
- Sorg für einen privaten Raum und eine stabile Internetverbindung, bevor Du an einer Online-Aufstellung teilnimmst, und nimm mit aktiviertem Kamerabild teil.
| Merkmal | Online-Aufstellung | Aufstellung vor Ort |
|---|---|---|
| Anfahrt & Kosten | Keine Anfahrt, keine Übernachtung | Anfahrt, ggf. Übernachtung nötig |
| Körperkontakt | Kein Körperkontakt, Nähe über Sprache | Berührung und körperliche Nähe möglich |
| Rituale | So gut wie keine | Oft Bestandteil |
| Erlebnisintensität | Berührend, eher weniger „dramatisch“ | Oft intensiver, emotionaler |
| Verfügbarkeit | Kurzfristig möglich | An feste Termine vor Ort gebunden |
| Nachbearbeitung | Läuft ganz normal über Zoom | Persönlich vor Ort |
Du hast schon viel Erfahrung mit Aufstellungen?
Du bist schon ein alter Hase, was Aufstellungen betrifft, und kennst die Methode sehr gut – Du fragst Dich nicht mehr, wie alles funktioniert, sondern bist eher am Neuen oder an der Aufstellung selbst interessiert. In das Format der IoPT wirst Du Dich sehr schnell einfinden und Dich erfahrungsgemäß auch sehr wohl darin fühlen, da es sehr selbstbestimmt ist – Du kannst alles aufstellen, sofern Du Worte oder Symbole für Dein Thema hast. Aber das können wir zusammen erarbeiten. Es ist so viel möglich bei der Aufstellung, auch die Kombination mit anderen Methoden – so wie ich das mit meiner sonstigen Erfahrung kombiniere. Mein Gefühl passt oft sehr gut, um Dir einen Weg zu zeigen. Komm mit Deinem Thema, ich freu mich.
Wie erstellst Du Dein Genogramm?
- Beginne Dein Genogramm (ein Stammbaum, der neben Fakten auch Gefühle und Muster einer Familie sichtbar macht) bei Dir selbst oder einem Elternteil, der Startpunkt ist beliebig. Mich zieht es unbewusst immer wieder in die Regionen, in denen meine Vorfahren lebten, ohne dass mir das lange bewusst war.
- Notiere in Deinem Genogramm alle Kinder, auch verstorbene und Fehlgeburten.
- Halte auch krasse Ereignisse wie Krieg, Flucht, Hungersnot oder Scheidung in Deinem Genogramm fest. Ich kenne aus meiner eigenen Familiengeschichte, wie sehr die offizielle Erzählung manchmal von der inneren Wahrheit abweichen kann.
- Erkunde irgendwann auch, woher Dein Name kommt und wer ihn Dir gegeben hat.
- Lass Dein Genogramm über Jahre wachsen, es muss nie fertig sein. Ich habe vieles in meinem eigenen Genogramm erst durch Aufstellungen erfahren.
- Befrage mehrere Familienmitglieder zu Eurer Familiengeschichte, ihre Erinnerungen daran unterscheiden sich oft stark.
- Durchsuche Stammbücher, Kirchenbücher und kirchliche Archive nach Daten zu Deiner Familie. Ich habe in meiner eigenen Familie Todesdaten über alte Stammbücher erfahren.
- Untersuche, zu wem in Deiner Familie ein auffälliges Gefühl wie Sehnsucht oder Heimatlosigkeit passen könnte. Meine Schwiegermutter hieß Rosa, ihre ältere Schwester, ebenfalls Rosa, starb mit zwölf Jahren.
Wie erkennst Du übernommene Gefühle und Muster?
- Beobachte wiederkehrende Verhaltensweisen bei Dir selbst.
- Frage Dich aktiv, was Du gerade vermeidest zu fühlen.
- Spüre bewusst nach, wo Du ein Gefühl in Deinem Körper wahrnimmst.
- Lass alte, abgespaltene Gefühle wieder bewusst zu.
- Erkenne Deine eigenen Überlebensstrategien, um daraus neue Entscheidungen treffen zu können.
- Erkenne, wenn ein Gefühl oder Verhalten nicht zu Deiner aktuellen Lebenssituation gehört – das macht Veränderung möglich.
- Achte darauf, wenn die Intensität eines Gefühls nicht zur aktuellen Situation passt – das kann auf übernommene Emotionen hindeuten. Ich litt unter einem Trennungsschmerz, dessen Intensität nicht zur realen Beziehungsqualität passte.
- Schau genauer hin, wenn Du Angst vor Situationen hast, die Dir selbst nie passiert sind.
- Benenne ein verborgenes Familienthema innerlich für Dich – das allein kann schon entlasten.
- Erkunde, ob sich ein starkes Gefühl auf Vorfahren zurückführen lässt, deren Erlebnisse unverarbeitet blieben. Mehrere Aufstellungen zeigten mir, dass ich auch den Schmerz meiner Eltern und Großeltern trug – in einer Aufstellung stieß ich sogar auf Themen meines Ururgroßvaters.
- Unterscheide bewusst zwischen eigenen und übernommenen Gefühlen.
- Frag Dich bei einem belastenden Thema, ob es wirklich zu Dir gehört oder eher zu einem Vorfahren.
- Nimm versuchsweise an, dass es ein Ich in Dir gibt, das fühlt, bevor Du ein Gefühl vorschnell als „kommt nur von außen“ abtust. Ich habe das Nicht-Ich-Konzept aus dem Buddhismus jahrelang für stimmig gehalten, aber durch meine IoPT-Ausbildung gemerkt, dass ich mehr unter meiner Vergangenheit litt, als ich mir je zugestanden hätte.
- Schau Dir zuerst die Wunde an, die hinter einem Gefühl steckt, bevor Du sie mit einem spirituellen oder therapeutischen Konzept wegerklärst. Ich habe genau dieses Vermeidungsmuster – alles kommt von außen, hat nichts mit dem eigenen Ich zu tun – auch bei anderen Menschen aus der Buddhismus-Szene beobachtet.
- Urteile nicht vorschnell bei Identitätskonflikten, sondern schau erst genauer hin.
Wenn du merkst, dass einer dieser Punkte gerade bei dir anklopft: Eine Aufstellung – ob als Resonanzgeber:in oder für dein eigenes Thema – kann genau der Schritt sein, der ein Gespräch allein nicht leisten kann. Hier erfährst du, wie eine Selbstbegegnung im Resonanzfeld bei mir abläuft.
Häufig gestellte Fragen
Eine Aufstellung ist eine Methode, die dem, was Dir verborgen ist, eine Stimme gibt. Resonanzgeber:innen machen dabei sichtbar, was sonst unsichtbar bleibt – egal ob es um ein persönliches Thema, ein Familienthema, ein Thema aus Deinem Arbeitsumfeld oder um Deine Gesundheit geht.
Wir sprechen erst miteinander, dann suchst Du Dir Resonanzgeber:innen für Dein Thema in ein bis drei Worten – eines davon immer „Ich“. Danach befrage ich sie gemeinsam mit Dir, damit sichtbar wird, was zu Deinem Thema gehört.
Online fehlt der Körperkontakt, dafür ist keine Anfahrt nötig und die Wirkung genauso intensiv – ich arbeite ausschließlich online. Vor Ort ist oft mehr Ritual dabei, dafür bist Du an feste Termine und einen Ort gebunden.
Als Resonanzgeber:in stellst Du Dich für ein Wort oder eine Person zur Verfügung und lässt zu, was dabei in Dir entsteht – Du kannst jederzeit aussteigen, wenn es Dir zu viel wird.
Für alle, bei denen Gespräche allein nicht mehr weiterhelfen – egal ob Du noch nie eine erlebt hast oder schon ein alter Hase bist. Je nach Wissensstand geht es um einen ersten Einstieg oder um vertiefende Themen wie Genogrammarbeit.