Angst vor Aufstellung? Wenn Reden nicht mehr reicht

Irgendwann kommt der Punkt, an dem Reden allein nicht mehr reicht. Ich erzähl, woran ich das merke – und warum die Angst vor einer Aufstellung meistens unbegründet ist.
Rosa Rotes Herzmandala

Das Wichtigste in Kürze:

  • Reines Reden reicht oft nicht mehr, wenn sich im Coaching immer wieder dasselbe Muster zeigt und man sich im Kreis dreht.
  • Angst vor Aufstellung ist normal, aber unbegründet: Was dabei ans Licht kommt, entspannt eher, als dass es belastet.
  • Man kann eine Aufstellung erst als Resonanzgeber:in kennenlernen, bevor man selbst sein eigenes Thema aufstellt.
  • Manche Muster – auch aus der Ahnenlinie – lassen sich im Gespräch gar nicht erreichen. Erst die Aufstellung macht sie sichtbar.
  • Meine Faustregel: erst Coaching, dann – wenn’s nicht weitergeht – der Wechsel zur Aufstellung.

Am Anfang steht bei mir fast immer ein Gespräch. Ein Coaching, eine Beratung. Da geht’s erst mal darum: Wie tickt dieser Mensch? Was sind seine Muster, seine Erfolgsfaktoren, wie ist er bisher durchs Leben gekommen? Das ist wichtig. Das ist zentral. Ohne das geht gar nix.

Aber dann kommt irgendwann ein Punkt – und oft kommt genau da die Angst vor der Aufstellung mit ins Spiel.

Wann reicht Reden nicht mehr?

Reden reicht nicht mehr, wenn sich im Coaching immer wieder dasselbe Muster zeigt. Manche merken es selbst zuerst: Sie drehen sich im Kreis. Immer wieder die gleiche Sackgasse, egal wie oft man drüber redet. Da ist dann für mich ganz klar: Jetzt wäre ein Methodenwechsel angebracht.

Ich hatte mal eine Kundin, bei der war das genau so. Sie wollte die Kommunikation zu einer Person in ihrem Umfeld verbessern – der Kontakt brachte sie regelmäßig an die Decke, sie konnten keinen normalen Satz miteinander wechseln. Wir haben lange darüber gesprochen. Verändert hat sich: nichts Wesentliches.

Denn ein Coaching-Gespräch kommt oft nicht direkt ans Unterbewusstsein ran. Es kommt nicht an Muster ran, die wir oft gar nicht als Muster erkennen – weil sie sich so normal anfühlen. Und manchmal steckt noch mehr dahinter, als nur wir selbst. Vieles, was in uns wirkt, kommt aus der Ahnenlinie. Das kriegt man mit Reden allein nicht zu fassen.

Und dann: Aufstellung?

Ja. Und genau da erschrecken viele erst mal.

Naja, kein Wunder. Wer’s nicht kennt, denkt: Da passiert bestimmt was ganz Schlimmes. Da kommt was ans Licht, mit dem ich nicht klarkomme.

Stimmt nicht. Die Erfahrung zeigt: das Gegenteil.

Was da ans Licht kommt, entspannt. Macht ruhiger. Nimmt Last. Und wer will, muss auch gar nicht gleich selbst in die Aufstellung. Man kann erst mal nur zuschauen – als Resonanzgeber:in dabei sein. Resonanzgeber:in sein heißt: bei einer Aufstellung dabei sein und mitfühlen, ohne selbst das eigene Thema aufzustellen. So lernt man die Methode kennen und kann für sich prüfen, ob man sich ihr anvertrauen möchte. Wer dann selbst sein Thema aufstellt, bekommt raus, was wirklich dahintersteckt. Und oft löst sich das Thema schon beim ersten Mal.

Bei genau der Kundin von vorhin hat sich das dann in der Aufstellung gelöst. Der abwertende Kontakt veränderte sich. Die andere Person wurde plötzlich dankbar – aus eigenem Antrieb, ohne überhaupt von der Aufstellung zu wissen.

Die Panik, die nicht ihre eigene war

Ich hatte mal eine Frau bei mir, die jahrzehntelang bei jedem Gedanken an Geld durchdrehte. Panik, Stress – obwohl sie genug hatte. In der Aufstellung kam raus: Ihre Urgroßmutter hatte genau diese Panik erlebt, damals, als das Geld buchstäblich kaputt ging. Die Panik war weitergegeben worden. Nicht die Erinnerung – das Gefühl.

Was rate ich also?

Wer neugierig ist, kann sofort als Resonanzgeber:in bei einem Aufstellungsabend dabei sein. Geringe Kosten, man lernt die Methode kennen und kann dann besser einschätzen, ob das was für einen ist.

Ein Coaching-Gespräch kann man mit vielen machen. Was bei mir dazukommt: Ich höre in einem Gespräch mehrere Ebenen gleichzeitig – das Gesagte, das Ungesagte, das, was nicht zusammenpasst. Deshalb kann ich oft schon nach kurzer Zeit sagen, woran es wirklich liegt. Und ob – und in welcher Zeit – sich das verändern kann.

  • Regelfall: erst Coaching, dann – wenn’s nicht weitergeht – der Wechsel zur Aufstellung.
  • Schon viel Coaching-Erfahrung? Dann kann der direkte Einstieg in die Aufstellung sinnvoll sein.
  • Aufstellungsarbeit allgemein schon bekannt? Trotzdem lohnt sich der erste Schritt als Resonanzgeber:in – die Selbstbegegnung im Resonanzfeld ist eine besondere Form, anders als klassische Aufstellungsarbeit.

Also: Erst reden. Dann, wenn’s nicht mehr weitergeht, wechseln. Und vor der Aufstellung keine Angst haben. Was ans Licht kommt, macht leichter. Nicht schwerer.

Die nächsten Aufstellungsabende findest Du hier: andreasam.com/selbstbegegnung-im-resonanzfeld

Häufige Fragen

Was passiert bei einer Aufstellung wirklich?
Es kommt ans Licht, was unbewusst wirkt – oft Muster, die gar nicht als die eigenen erkannt werden, manchmal auch etwas aus der Ahnenlinie. Das klingt bedrohlich, ist aber meist das Gegenteil: Es entspannt, macht ruhiger und nimmt Last.

Ist eine Aufstellung gefährlich oder überfordernd?
Nein. Die Angst davor kenne ich aus vielen Erstgesprächen – die Erfahrung zeigt aber das Gegenteil. Wer unsicher ist, muss auch nicht gleich selbst aufstellen, sondern kann erst als Resonanzgeber:in dabei sein.

Was ist eine Resonanzgeber:in?
Resonanzgeber:in sein heißt: bei einer Aufstellung dabei sein und mitfühlen, ohne selbst das eigene Thema aufzustellen. So lernst Du die Methode kennen, bevor Du entscheidest, ob Du Dich ihr anvertrauen willst.

Wann sollte ich von Coaching zur Aufstellung wechseln?
Meine Faustregel: Wenn sich im Coaching-Gespräch immer wieder dasselbe Muster zeigt und man sich im Kreis dreht, ohne wirklich weiterzukommen. Dann kommt man mit reinem Reden an das Thema nicht mehr ran.

Muss ich vorher schon Erfahrung mit Aufstellungen haben?
Nein. Auch wer Aufstellungsarbeit allgemein schon kennt, sollte bei dieser besonderen Form – der Selbstbegegnung im Resonanzfeld – trotzdem erst als Resonanzgeber:in einsteigen.

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Andrea Sam, Coach und Beraterin, vor Felsen in der Natur

Ich bin Andrea Sam — Coach, Beraterin und Seminarleiterin mit jahrzehntelanger Erfahrung in Kommunikation, Konfliktmanagement und persönlicher Entwicklung. Ich begleite Menschen, die Klarheit suchen — im Gespräch, in schwierigen Situationen und in sich selbst. Mein Ansatz ist ganzheitlich, nah am Menschen und nah an der Wirklichkeit.

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