Warum ich heute mit Selbstbegegnungen arbeite – und nicht mit klassischen Familienaufstellungen

Mandala in Blau

Familienaufstellungen haben mich viele Jahre begleitet. Ich habe zahlreiche Aufstellungen besucht und beobachtet und sie zeitweise auch in meine Arbeit einfließen lassen. Gleichzeitig blieb bei mir lange das Gefühl, dass etwas Wesentliches fehlt. Erst als ich den Ansatz von Franz Ruppert und die Arbeit mit Selbstbegegnungen kennenlernte, fühlte sich das für mich wirklich stimmig an.

Meine ersten Begegnungen mit Familienaufstellungen

Aufstellungen sind mir schon sehr früh begegnet.

Ich habe zwar Bert Hellinger, den Begründer der Familienaufstellungen, nicht persönlich kennengelernt. Aber ich habe seine Bücher gelesen und mich intensiv mit seiner Arbeit beschäftigt. Bald darauf habe ich selbst eine Ausbildung im Familienstellen gemacht.

Ich glaube, ich kenne viele Aufsteller der ersten Stunde – einfach deshalb, weil ich von Seminar zu Seminar gefahren bin. Ich wollte dieses Phänomen verstehen. Wirklich verstehen. Nicht nur oberflächlich, sondern bis in die Tiefe.

Mit der Zeit lernte ich die Mechanismen kennen. Ich begann zu erkennen, wie Aufstellungen funktionieren und welche Ordnungen sich darin zeigen.

Die Ordnungen der Liebe

Die sogenannten Ordnungen der Liebe wurden zu einem wichtigen Bezugspunkt.

Zum Beispiel: Die Eltern sind die Großen. Dank ihnen bin ich auf die Welt gekommen. Ich bin die Kleine. Ich muss ihre Lasten nicht tragen und bin nicht für ihr Leben verantwortlich.

Das klingt auch heute noch logisch. Und in vieler Hinsicht ist es das auch.

Wenn man viele Jahre mit diesen Ordnungen gearbeitet hat, prägen sie sich ein. Man vergisst sie nicht mehr – und das ist auch nicht notwendig. Sie helfen mir bis heute, Dinge einzuordnen.

Wenn ich Situationen höre oder beobachte, kann ich oft schnell erkennen, ob eine Ordnung gewahrt ist oder ob ein Ungleichgewicht entsteht.

Diese Ordnungen gelten übrigens nicht nur in Familien. Auch in Organisationen lassen sich ähnliche Strukturen beobachten. Gerade wenn es um Führungsfragen geht, schaue ich oft darauf, ob eine Ordnung vorhanden ist oder nicht.

In diesem Bereich habe ich die Ordnungen tatsächlich beibehalten. Ich kenne sie, prüfe sie und sehe, was passiert, wenn die Ordnung nicht eingehalten wird.

Aber etwas Entscheidendes wurde in diesen Ordnungen nicht berücksichtigt.

Das Thema Trauma

Was ist, wenn meine Eltern nicht gut zu mir waren?
Was ist, wenn ich als Kind gelitten habe?

Die klassische Familienaufstellung schafft in erster Linie Ordnung. Sie stellt Ordnung her und zeigt, welche Dynamiken ich vielleicht von anderen übernommen habe.

Aber sie zeigt nicht unbedingt, wie ein Mensch mit sehr schwierigen Erfahrungen umgehen kann.

Viele Menschen haben in ihrer Kindheit Situationen erlebt, die sie überfordert haben. Situationen, in denen sie Angst hatten, sich allein fühlten oder verletzt wurden. Manchmal sogar durch Menschen aus der eigenen Familie. Sie haben diese Situationen überlebt. Indem sie sich ein Verhalten angewöhnt haben.

In der klassischen Familienaufstellung bleibt die Ordnung trotzdem bestehen. Der Vater oder Großvater bleibt der „Große“, dem man Respekt entgegenbringt.

Die IoPT schaut an dieser Stelle anders hin.

Was ist Selbstbegegnung nach Franz Ruppert

Die Selbstbegegnung ist eine von dem Psychotraumatologen Franz Ruppert entwickelte Methode. Sie geht davon aus, dass viele Menschen traumatische Erfahrungen gemacht haben, die sich in der Psyche als verschiedene innere Anteile zeigen. In der Selbstbegegnung können diese Anteile sichtbar werden und miteinander in Kontakt kommen.

Als ich die Arbeit von Franz Ruppert kennenlernte, verstand ich plötzlich besser, worum es eigentlich geht.

Ruppert geht davon aus, dass viele Menschen traumatische Erfahrungen gemacht haben, besonders in früher Kindheit. Wenn ein Kind eine Situation erlebt, die es emotional nicht bewältigen kann, entsteht in der Psyche eine Spaltung.

Dabei können sich drei verschiedene Bereiche entwickeln:

  • ein gesunder Anteil, der lebensfähig bleibt
  • ein traumatisierter Anteil, der den Schmerz der Situation trägt
  • ein Überlebensanteil, der Strategien entwickelt hat, um weiterleben zu können

Diese Überlebensstrategien helfen einem Menschen, mit dem Erlebten klarzukommen. Viele unserer Handlungen sind Überlebensstrategien, die wir aber nicht als solche erkennen.

In der Selbstbegegnung kann sichtbar werden, wie ein Mensch damals überlebt hat und welche inneren Anteile heute noch wirken.

Selbstbegegnung statt Ordnung im Familiensystem

Aus diesen Überlegungen entwickelte Franz Ruppert seine Methode der Selbstbegegnung.

Der wichtigste Unterschied liegt in der Selbstermächtigung des Menschen.

Man wird nicht durch eine Aufstellung geführt und sagt keine Sätze nach, die vielleicht gar keine innere Resonanz haben. Stattdessen bist du selbst in deiner Aufstellung präsent und kannst mit deinen inneren Anteilen in einen Dialog gehen.

Du stellst die Fragen.
Du entscheidest, wohin du schaust.
Und du bestimmst auch, wie weit du gehen möchtest.

Du arbeitest so lange weiter, wie es dir gut tut. Du fragst so lange nach, bis dir klar wird, worum es eigentlich geht.

Es geht nicht darum, dass jemand von außen Ordnung herstellt, sondern dass ein Mensch selbst erkennt, was in ihm wirkt.

Ich habe viele klassische Aufstellungen erlebt. Und ich habe mich immer wieder gefragt, ob die Ordnung, die der Therapeut herstellt, wirklich die richtige ist. Denn ich habe auch viele Aufsteller erlebt, die sehr stark gesteuert und Einfluss genommen haben.

Das hat sich für mich oft nicht stimmig angefühlt.

Als ich sah, wie Ruppert arbeitet, hat mich das sofort angesprochen. Deshalb habe ich mich schließlich auch in dieser Methode ausbilden lassen.

Eine Frage der Haltung

Heute sage ich deshalb sehr klar:

Schau dir den Menschen genau an, der Aufstellungen anbietet.

Passt seine Haltung zu dir?
Fühlst du dich respektiert und ernst genommen?
Kannst du das Ergebnis innerlich annehmen?

Oder hast du das Gefühl, dass etwas über dich hinweg entschieden wird?

Diese Fragen sind wichtig. Denn bei dieser Arbeit geht es immer um etwas sehr Persönliches: um das eigene innere Erleben.

Mich fasziniert an der Selbstbegegnung vor allem die Selbstbeteiligung und die Selbststeuerung. Die Informationen, die dabei sichtbar werden, entstehen aus dem eigenen inneren Erleben.

Das gibt mir ein starkes Gefühl von Selbstverantwortung.

Der Mensch selbst entscheidet, wie weit er gehen möchte und wann er eine Pause braucht.

Das ist für mich ein großer Unterschied.

Schlussgedanke

In einer Selbstbegegnung kann sichtbar werden, was im Inneren oft lange verborgen bleibt: verletzte Anteile, innere Konflikte und Überlebensstrategien, die einmal wichtig waren.

Wenn diese Zusammenhänge sichtbar werden, entsteht die Möglichkeit, sich selbst besser zu verstehen und neue Entscheidungen zu treffen.

Selbstbegegnung selbst erleben

Wenn Du neugierig geworden bist und selbst erfahren möchtest, was in einer Selbstbegegnung sichtbar werden kann, lade ich Dich herzlich ein, meine Arbeit kennenzulernen.

Du kannst zunächst als Resonanzgeber teilnehmen und so den Prozess kennen lernen. Oder Du machst gleich eine Selbstbegegnung.

Alle Informationen zu Terminen und Anmeldung finden Sie hier:

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Andrea Sam