Du drehst Dich im Kreis. Immer um dasselbe Thema. Abends auf dem Sofa, morgens im Auto, nachts um drei. Und je länger Du nachdenkst, desto fester steckst Du drin.
Kennst Du das?
Wer zu mir ins Coaching kommt, hat sich vorher meistens schon eine Menge Gedanken gemacht. Viele Gedanken. Zu viele vielleicht. Denn Grübeln löst nichts. Grübeln zieht Dich tiefer rein. Jede Runde gräbt die Spur ein bisschen tiefer, wie ein Trampelpfad, den Du jeden Tag gehst.
Und dann kommen die gut gemeinten Tipps. Mach eine Liste. Setz Dir Ziele. Raus aus der Komfortzone!
Naja. Ehrlich, von solchen Sprüchen halte ich nicht viel. Warum, und wie Du Feststecken lösen kannst, erzähle ich Dir hier.
Das Wichtigste in Kürze
- Grübeln löst kein Feststecken. Je länger Du im Kreis denkst, desto tiefer steckst Du drin.
- Die üblichen Tipps sind kopflastig. Die meisten Probleme kommen aber aus dem Gefühl oder aus der Familie, die wir im Beruf nachbauen.
- Neben die Pro-und-Contra-Liste gehört eine emotionale Liste.
- „Raus aus der Komfortzone“ passt oft nicht. Wer sich ständig überfordert, braucht eher das Gegenteil.
- Ich fange bei dem an, was Dir schon gelungen ist. Deine Erfolgsmuster zeigen den Weg raus.
Wenn die große Chance gar nicht Deine ist
Eine Führungskraft aus dem öffentlichen Dienst kam zu mir. Sie war auf einer Sonderposition, eine Stelle auf Zeit. So was bekommt man nicht jeden Tag. Eine Chance eben.
Ihr Thema: Sie kam mit dem Team nicht richtig zurecht. Es hakte. Sie hat sich angestrengt, nachgedacht, es nochmal anders versucht. Und steckte immer mehr fest.
Die Lösung war am Ende nicht: besser führen. Auch nicht: länger durchhalten. Sie hat gemerkt, dass sie an dieser Stelle gar nicht richtig unterkommt. Die Arbeit war ihr zu weit weg von dem, was sie eigentlich kann und gern macht. Ihre Fachlichkeit. Ihr Platz.
Das war ihr vorher so nicht klar. Weil man eine Chance doch nicht einfach zurückgibt. Oder?
Doch. Sie ist dann vorzeitig zurückgegangen, an ihre eigentliche Arbeit. Und das Feststecken war weg.
Manchmal steckst Du nicht fest, weil Du etwas falsch machst. Sondern weil Du am falschen Platz bist.
Pro und Contra? Gut. Aber da fehlt was.
Natürlich kannst Du eine Pro-und-Contra-Liste machen. Natürlich macht es Sinn, sich Ziele zu setzen. Das sind Hilfsmittel, ok.
Nur: Die meisten dieser Tipps sind kopflastig. Logik, Verstand, abwägen. Und die meisten Probleme kommen gar nicht aus dem Kopf. Sie kommen aus dem Gefühl. Oder aus dem, was wir aus unserer Familie mitbringen.
Im Berufsalltag wird oft so getan, als gäbe es das nicht. Gefühle? Bitte draußen lassen. Dabei geht es fast immer genau darum. Der Chef, der Dich an Deinen Vater erinnert. Die Kollegin, bei der Du Dich fühlst wie früher mit Deiner Schwester. Ich nenne das Familienüberblendung. Wir bauen unsere Familie überall nach, auch im Büro.
Deshalb mein Vorschlag: Leg neben Deine Pro-und-Contra-Liste eine zweite Liste. Eine emotionale. Frag Dich bei jeder Möglichkeit:
- Was fühlst Du dabei?
- Wo wird es eng in der Brust?
- Wo atmest Du auf?
- Was macht Dir Angst, und was davon ist eigentlich alt?
Oft kennt Dein Gefühl die Antwort schon lange. Der Kopf hat sie nur noch nicht abgesegnet.
Raus aus der Komfortzone? Manchmal genau rein.
„Raus aus der Komfortzone“. Ehrlich, ich finde das einen bescheuerten Spruch. Er unterstellt, dass Du es Dir zu bequem machst. Dass Du nur mal was anderes machen müsstest. Mutiger sein. Mehr wagen.
Bei den Menschen, die zu mir kommen, ist es oft umgekehrt. Sie fordern sich ständig. Zu viel. Seit Jahren. Sie halten durch, beißen sich durch, nehmen noch eine Aufgabe dazu. Bequem ist da gar nix.
Für sie wäre der bessere Rat: Richtig rein in die Komfortzone. Ausruhen. Durchatmen. Das tun, was leicht geht. Und erst von da aus schauen, was dran ist.
Von solchen platten Sprüchen wirst Du bei mir wenig hören. Weil sie über alle Menschen dasselbe drüberlegen. Und Du bist nicht alle.
Was ich stattdessen mache
Wenn jemand zu mir kommt, geht es zuerst darum, dass er oder sie sich wohlfühlt. Ankommen. Dann reden wir. Über das Leben, über Dein Leben. Über das, was gut geklappt hat, Deine Erfolgsmuster. Und über das, was schwieriger war.
Das klingt vielleicht erstmal komisch. Du kommst mit einem Problem, und ich frag nach Deinen Erfolgen?
Ja. Weil viele Menschen am Anfang ungern erzählen, wo es wirklich hakt. Das ist völlig normal. Und es macht nichts. Wenn wir über Deinen Lebensweg sprechen, kommen wir von einem Thema zum nächsten. Und ich höre hin: Wie hast Du frühere Hürden gemeistert? Was hat Dir damals geholfen? Hindernisse gibt es auf jedem Weg. Und meistens haben wir längst einen Umgang damit gefunden. Wir wissen es nur nicht mehr.
Ich hatte bislang einen einzigen Kunden, bei dem ich merkte: Der stolpert nicht durchs Leben. Der fliegt auch nicht in Krisen rein. Der geht mit einer erstaunlichen Leichtigkeit durch alle Themen. Und genau das zeigte sich auch bei dem, was ihn gerade beschäftigte. Er musste eigentlich bloß seine Leichtigkeit unter den Arm nehmen. Und durch.
Die Lösung lag nicht im Problem. Sie lag in ihm.
Lieber früher als später
Die meisten kommen eher spät als früh. Wenn sie schon lange im Kreis laufen und die Spur richtig tief ist.
Gerade Führungskräften würde ich sagen: Komm früher. Oft gibt es ja sogar ein Budget dafür. Und wer früh hinschaut, muss das Feststecken gar nicht erst lösen. Weil er gar nicht erst reinkommt.
Wie Du anfangen kannst
Wenn Du gerade feststeckst, gibt es bei mir verschiedene Wege.
Beim Abend der Klarheit erzählst Du Deine Geschichte, online in einer kleinen Runde. Du bekommst erste Impulse, woran es hakt, und gehst mit einem neuen Blickwinkel raus. Er findet immer am letzten Donnerstag im Monat statt. Wenn Du erst mal schauen willst, wie ich arbeite, kannst Du auch einfach zuhören. Das erste Mal ist kostenlos. Und ehrlich, oft nimmt gar nicht die Person am meisten mit, um die es gerade geht. Sondern die, die zuhört und denkt: Das kenn ich doch.
Wenn Du lieber allein mit mir hinschaust, ist ein Einzelcoaching der richtige Weg. Am Anfang steht ein kostenloses Vorgespräch von etwa 20 Minuten, am Telefon oder online.
Und wenn Du Führungskraft bist und spürst, dass sich etwas festfährt, schau Dir den Klarheitskompass an. Mein Angebot für Führungskräfte, bevor aus einer Schleife ein Graben wird.
Magst Du erst mal für Dich anfangen? Dann hol Dir mein kostenloses PDF Du darfst aufhören zu grübeln.
Wo drehst Du gerade Deine Runden?
Häufige Fragen zum Feststecken
Nicht noch mehr Grübeln. Hilfreicher ist es, neben der sachlichen Abwägung auch das Gefühl ernst zu nehmen und zu schauen, wo es wirklich hakt. Oft liegt die Lösung nicht im Problem, sondern in dem, was Dir früher schon gelungen ist.
Weil jede Runde die Spur tiefer gräbt. Grübeln ist Kopfarbeit. Die meisten Probleme kommen aber aus dem Gefühl oder aus alten Mustern aus der Familie, und da kommt der Kopf allein nicht ran.
Meine Ergänzung zur Pro-und-Contra-Liste. Du schreibst zu jeder Möglichkeit auf, was Du fühlst: wo es eng wird, wo Du aufatmest, was Dir Angst macht und was davon alt ist. Oft kennt Dein Gefühl die Antwort schon.
Nicht unbedingt. Viele, die feststecken, fordern sich seit Jahren zu viel. Für sie ist der bessere Schritt, erst mal rein in die Komfortzone zu gehen, auszuruhen und von dort aus zu schauen, was dran ist.
Früher, als die meisten denken. Wer früh hinschaut, muss das Feststecken gar nicht erst lösen. Gerade Führungskräfte haben dafür oft sogar ein Budget.