Nur 5 Prozent sind wie ich: Ich bin Unterstützende Stabilisatorin im TMS, und das prägt meine Arbeit

Nur rund 4 Prozent haben im TMS die Rolle Unterstützender Stabilisator. Ich bin eine davon. Wie das meine Arbeit, meine Beratungen und meinen Alltag prägt.
Mandala - Traumfänger

Hui, nur 5 Prozent. Naja, genau genommen sind es sogar nur rund 4. Aber dazu gleich.

In einem früheren Artikel habe ich Dir vom Auswählenden Entwickler erzählt. Von meiner Freundin und ihrer Marmelade ohne Zucker. Und am Ende habe ich Dir versprochen: Im nächsten Beitrag stelle ich eine weitere Rolle vor.

Hier ist sie. Es ist meine: die Unterstützende Stabilisatorin.

Vor vielen Jahren habe ich das Team Management System (TMS) von Margerison und McCann kennengelernt und mich darin ausbilden lassen. Ich war sofort fasziniert. Davon, wie man da die Arbeitspräferenzen von Menschen kennenlernen kann. Was mich am meisten gepackt hat: Es ist keine Bewertung. Es ist einfach eine Beobachtung.

Kurz für Dich, falls Du TMS nicht kennst. Du beantwortest einen Fragebogen. Daraus entsteht ein Profil, das zeigt, wo Du auf einem Rad mit acht Rollen stehst. Dahinter liegen vier Achsen. TMS misst, wie Du am liebsten arbeitest. Nicht, wer Du bist. Das ist ein Unterschied. Ein großer.

Einen kostenlosen TMS-Test zum Selbermachen gibt es übrigens nicht. Der Fragebogen läuft über zertifizierte Beraterinnen. So wie mich. Wenn Du also wissen willst, wo Du im Rad stehst: Frag mich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Unterstützende Stabilisator ist die seltenste Rolle im Team Management System (TMS). Nur rund 4 Prozent haben sie.
  • Der Kern der Rolle: alle im Raum sehen, jede kommt zu Wort, alle gehören dazu.
  • Mein Profil: eher introvertiert, praktisch, völlig überzeugungsorientiert, 98 Prozent flexibel und null Punkte beim Zielstrebigen Organisator.
  • Die Kehrseite: Entscheidungen dauern bei mir länger, und meine eigenen Bedürfnisse stelle ich zu leicht hintan.
  • Viele Konflikte im Team liegen nicht an der Persönlichkeit, sondern an unterschiedlichen Arbeitspräferenzen.

Meine Rolle: Ich sehe immer alle im Raum

Der Unterstützende Stabilisator ist die Rolle im TMS, der es vor allem darum geht, alle einzubeziehen und dazugehören zu lassen.

Ich bin Unterstützende Stabilisatorin. Im TMS heißt die Rolle offiziell Unterstützender Stabilisator. Mit Anteilen von meinen beiden Nachbarn im Rad: dem Kontrollierenden Überwacher und dem Informierten Berater.

AchseMein Ergebnis
Beziehungeneher introvertiert, mit extrovertierten Anteilen
Informationenpraktisch
Entscheidungenvöllig überzeugungsorientiert
Organisation98 Prozent flexibel
HauptrolleUnterstützende Stabilisatorin
NachbarrollenKontrollierender Überwacher, Informierter Berater

Und jetzt kommt’s. Die Unterstützende Stabilisatorin ist die seltenste Rolle im ganzen Rad. In einer weltweiten Auswertung von TMS mit über 519.000 Profilen lagen gerade mal rund 4 Prozent in diesem Bereich. (Quelle: Team Management Systems)

4 Prozent. Hm. Das erklärt einiges. Ich weiß, dass viele meine Art zu denken nicht verstehen. Weil es einfach eine eher unübliche Rolle ist.

Was heißt das konkret? Ich schaue immer, ob es allen gut geht. Ich sorge dafür, dass alle zu Wort kommen. Ich sehe immer alle im Raum. Zumindest, wenn ich zuständig bin.

Immer, wenn ich mehrere Menschen vor mir habe, achte ich darauf, dass jede und jeder zumindest kurz etwas gesagt hat. Im Seminar, im Team, auch bei Aufstellungen. Das heißt nicht, dass alle reden müssen. Doch eigentlich muss jede kurz was sagen. Um dazuzugehören. Wie lang der Beitrag ist, das überlasse ich. Oder ich steuere. Je nachdem, wie aufmerksam die anderen gerade sind.

Privat ist das nicht ganz so ausgeprägt. Aber auch da merke ich, wenn jemand übergangen wird.

Ich habe das Profil übrigens zweimal gemacht. Vor rund 20 Jahren war ich noch Informierte Beraterin, mit Anteilen vom Kreativen Innovator. Damals war ich viel in der Seminararbeit, reiste von Ort zu Ort. Zehn Jahre später war ich mehr im Büro, mehr Coachings und Beratungen im Hause Fischer. Und plötzlich: Stabilisatorin. Das Profil ist meinem Leben gefolgt. Oder mein Leben dem Profil? Wahrscheinlich beides.

Eher introvertiert, aber im Raum hole ich die Extrovertierte raus

Unterm Strich bin ich introvertierter als extrovertiert. Aber ich habe beides.

In dem Moment, wo ich in Kontakt mit anderen bin, kommt das Extrovertierte raus. Muss es auch. Du musst Stimmungen schaffen. Räume schaffen. Nach dem Raum gucken. Wo sind wir? Wie bewegen wir uns? Was muss man sagen, um die Leute miteinander in Kontakt zu bringen? Da kann ich nicht introvertiert sein.

Und dann ziehe ich mich auch wieder zurück. Beobachte. Schaue, was notwendig ist. Das macht mir nichts aus, im Gegenteil.

Ich bin sehr froh über meine eigene Aufteilung. Die extrovertierten Teile brauche ich für meine Seminare. Und die introvertierten sind sehr notwendig, um mich zu regenerieren. Batterien aufladen.

Praktisch: Ich brauche eine Vorlage, um zu merken, dass ich’s anders will

Ich brauche immer irgendwelche Vorlagen, Vorgaben. Um dann zu merken: Nee, das gefällt mir nicht, das will ich anders haben.

Einfach so aus dem Nichts? Geht nicht. Ich brauche einen Impuls.

Die Praktikerin nimmt das Naheliegende, das, was vor ihr liegt, und macht da was draus. Was ganz Kreatives, Neues, das fällt mir eher sehr schwer. Ich habe da nicht tausend Ideen, wie andere das haben.

Dieser Artikel ist übrigens der beste Beweis. Er ist aus einer Vorlage von Judith Peters entstanden, die selbst über ihren Persönlichkeitstyp gebloggt hat. Und was habe ich als Erstes gedacht? Genau. Da will ich was anders haben. 🙂

Völlig überzeugungsorientiert: Ich mache nur, wovon ich überzeugt bin

Bei Entscheidungen bin ich völlig überzeugungsorientiert. Wie das geht, dass man strukturiert entscheidet, nach Zahlen und Fakten? Kenne ich jetzt auch wieder nicht.

Ich bin eigentlich immer von dem überzeugt, was ich mache und was ich anbiete. Und wenn sich meine Überzeugung verändert, dann verändert sich auch mein Engagement.

Ich habe zum Beispiel früher mal eine Schwefelkur gemacht. Und dachte, das ist was ganz Tolles. Bis ich gemerkt habe: Nee, das gefällt mir gar nicht. Und es ist auch etwas zweifelhaft. Also habe ich die ganzen Videos wieder offline genommen.

Für Dich heißt das: Bei mir bekommst Du nur, wovon ich selbst überzeugt bin.

Die Kehrseite? Entscheidungen brauchen bei mir oft länger.

98 Prozent flexibel, und null Punkte beim Zielstrebigen Organisator

Auf manchen Achsen liege ich fast bei 100 Prozent. Bei flexibel zum Beispiel: 98 Prozent.

Das heißt: Ich kann mich immer wieder auf das einlassen, was jetzt kommt. Und wenn nachher was anderes kommt, dann ist es eben ganz anders.

Das können viele Leute gar nicht. Die haben so was ganz genau im Kopf. Und für mich ist es sehr schwierig, das erst mal nachzuvollziehen.

Als ich mein Profil damals gesehen habe, war ich geschockt. Null Punkte bei Organisation. Null.

Ich habe das Denken der Zielstrebigen Organisatoren schlicht nicht verstanden. Und die sind alles andere als selten. In derselben TMS-Auswertung bevorzugen 28 Prozent die Rolle des Zielstrebigen Organisators. Mehr als jeder Vierte tickt so. Ich nicht.

Also musste ich mir das mühsam erarbeiten. Wie geht der? Wie denkt der? Wie kommt der durch die Welt?

Bin ich da heute gut drin? Sicher immer noch nicht. Aber ich verstehe jetzt, dass andere völlig anders gestrickt sein können als ich.

Ich empfinde mich da manchmal als extrem. Aber eigentlich sehe ich nur im Vergleich zu anderen, dass ich da anders bin.

So arbeitest Du gut mit mir

Und was heißt das alles für Dich, wenn Du mit mir arbeitest?

Wenn Du bestimmte Punkte hast, die Du abarbeiten willst: Kann ich. Eine Liste zum Abhaken, damit Du am Ende siehst, was Du bekommen hast? Kannst Du gern haben. Bloß dazwischen wird es einfach sehr weit. Und sehr, sehr flexibel.

Darauf kannst Du Dich verlassen:

  • Du stehst im Mittelpunkt, mit Deinen Erfahrungen und Deinem Denksystem.
  • Du bekommst eine Lösung, die für Dich passt und die Du umsetzen kannst. Keine allgemeine Lösung, die nichts mit Dir zu tun hat.

Was Du auch wissen solltest, ehrlich: Abgrenzung ist nicht immer leicht für mich. Ich spüre meine Bedürfnisse. Aber ich kann sie zu leicht hintanstellen. Dann sehe ich alle im Raum, nur mich nicht.

Und das ist gut so: Warum der andere nicht komisch ist

Ich hatte früher auch Schwierigkeiten mit Mitarbeitern. Und ich dachte: Das ist Persönlichkeit.

Stimmt aber nicht. Es waren genau die Arbeitspräferenzen, die uns gegenüberlagen. Als ich das verstanden hatte, war es leichter. Weil ich die Person dann leichter annehmen konnte.

Und das habe ich in vielen meiner Coachings gemerkt. Die Streitereien, die es so oft gibt, liegen in der Unterschiedlichkeit der Arbeitspräferenzen. Und gar nicht so sehr darin, dass man jemanden nicht mag. Das Naheliegende ist ja: Der andere ist komisch. Ist er aber nicht. Er hat einfach andere Arbeitspräferenzen.

Das Wichtigste, was mir das TMS gebracht hat: Ich habe gesehen, dass alle Rollen notwendig sind. Wertvoll. Richtig. Und erst dadurch konnte ich irgendwann auch meine annehmen. Auch wenn ich eine besondere Rolle habe.

Ich habe viele Teamberatungen und Einzelberatungen zum TMS gemacht. Weil ich es ein sehr gutes Werkzeug finde. Schon wenn Du nur die Achsen kennst oder das Rad erklärt bekommst, verstehst Du, wie unterschiedlich Menschen arbeiten. Dass nicht jeder es gleich macht wie Du selber. Sondern dass man ganz anders rangehen kann.

Teamberatungen mit dem TMS mache ich gemeinsam mit meinem Bruder bei Fischer Consulting.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Unterstützender Stabilisator im TMS?

Der Unterstützende Stabilisator ist eine der acht Rollen im Team Management System. Ihm ist wichtig, dass es allen gut geht, dass alle zu Wort kommen und dazugehören. Ich habe genau diese Rolle.

Wie selten ist die Rolle Unterstützender Stabilisator?

Sehr selten. In einer weltweiten TMS-Auswertung mit über 519.000 Profilen lagen nur rund 4 Prozent in diesem Bereich. Den Zielstrebigen Organisator bevorzugen dagegen 28 Prozent.

Ist das TMS ein Persönlichkeitstest?

Nicht ganz. Das TMS misst Arbeitspräferenzen, also wie Du am liebsten arbeitest. Nicht, wer Du bist. Für mich ist es keine Bewertung, sondern eine Beobachtung.

Kann ich den TMS-Test kostenlos online machen?

Nein. Der TMS-Fragebogen läuft über zertifizierte Beraterinnen und Berater. Ich bin TMS-zertifiziert, Du kannst Dein Profil also über mich machen.

Warum gibt es so oft Konflikte im Team?

Aus meiner Erfahrung liegen viele Streitereien nicht daran, dass man jemanden nicht mag. Sie liegen an unterschiedlichen Arbeitspräferenzen. Wer das versteht, kann den anderen leichter annehmen.

Und Du?

Weißt Du, wie Du tickst? Oder gibt es jemanden, mit dem es immer wieder knirscht, und Du fragst Dich, ob der einfach komisch ist?

Vielleicht ist er’s nicht. Vielleicht hat er nur andere Arbeitspräferenzen.

Und wenn Du Dein eigenes TMS-Profil machen willst: Das geht über mich.

Lass uns drüber reden. → Klarheitskompass

Mandala - Traumfänger

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Andrea Sam, Coach und Beraterin, vor Felsen in der Natur

Ich bin Andrea Sam — Coach, Beraterin und Seminarleiterin mit jahrzehntelanger Erfahrung in Kommunikation, Konfliktmanagement und persönlicher Entwicklung. Ich begleite Menschen, die Klarheit suchen — im Gespräch, in schwierigen Situationen und in sich selbst. Mein Ansatz ist ganzheitlich, nah am Menschen und nah an der Wirklichkeit.

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