Was müsste ich schon in der Schule über Kommunikation lernen?

Was müsste eigentlich schon in der Schule über Kommunikation vermittelt werden? Eine Frage, die mich erst mal tief durchatmen ließ – und zeigt, wie weit wir von einer echten Gesprächskultur noch entfernt sind.
Rosafarbenes Blüten-Mandala als Symbolbild

Dieser Artikel beschreibt,
was Menschen gut täte

als Grundlage für eine gelingende Kommunikation.

Da dies so weit von der Realität entfernt ist,
gehört er in die Kategorie Vision und Gesellschaft.

Auch wenn es eigentlich ums Kommunikation lernen in der Schule geht.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Für mich beginnt gute Kommunikation nicht mit Regeln, sondern mit einer Schule, die den Einzelnen wirklich sieht und respektiert.
  • Kinder lernen Kommunikation wie ihre Muttersprache: durch Sprechen, Zuhören und Anwenden – nicht durch Belehrung.
  • Klare Grenzen und die körperliche wie seelische Unversehrtheit aller Beteiligten sind für mich die Basis, auf der Kommunikation erst gelingen kann.
  • Wer über längere Zeit mit Respekt statt Bewertung aufwächst, muss sich später weniger mit anderen vergleichen oder sie dominieren wollen.
  • Für mich beginnt echte Kommunikation heute damit, mich selbst, meine Biografie und meine Wünsche zu kennen.

Warum diese Frage mich erst einmal atmen ließ

Neulich wurde ich gefragt:
Was müsste man denn schon in der Schule über Kommunikation lernen?

Hm.
Da musste ich erst einmal tief atmen.

Denn die Schule an sich verhindert oft schon eine gute Kommunikation.
Also müsste man eigentlich zuerst die Schule selbst verändern.

Wie müsste Schule dann aussehen?

Die Hauptaufgabe wäre, dass es in der Schule um die Kinder geht.
Um das einzelne Kind.

Dass es dort einen Raum vorfindet, in dem es sich entfalten kann.
In dem es die Dinge so lernen kann, wie es sie gerne lernen möchte.

Ob es das überhaupt geben kann, weiß ich nicht.
Aber vielleicht wäre das ein Übergang.

Lernen braucht Beziehung – nicht Kontrolle

Das hieße:
Jedes Kind schaut sich mit seinen Eltern die Schule an.
Die Räume.
Die Orte, an denen es sich tagsüber aufhalten wird.
Und auch: Wer ist der Begleiter der Kinder?

Dieser Begleiter hätte zuerst die Aufgabe, das Kind anzunehmen.

  • Zu verstehen, wie es denkt, wie es tickt
  • Wo seine Vorlieben liegen
  • Was es gut kann – und was nicht
  • Was es interessiert
  • Wie es sich Lernen vorstellt

Wenn jetzt manche denken:
Aber lernt das Kind da überhaupt?

Dann halte ich dagegen:

Jedes Kind lernt seine Muttersprache.
Wodurch?

  • Sprechen
  • Zuhören
  • Anwenden

Genau das gilt für mich auch für Kommunikation in der Schule.

Das Kind spielt.
Hört zu.
Wendet an.

Ob Mathematik.
Oder Englisch.

Ich kenne das Konzept der freien Schulen
und denke in Anlehnung daran,
dass sie auf einem relativ guten Weg sind.

Leider leben wir in unserer Kultur.
Und von der ist Schule nicht wegzudenken.

Deshalb tauchen auch in freien Schulen immer wieder Lehrer auf,
die ein anderes inneres Bild von Schule in sich tragen.

Auch in der freien Schule standen die Lehrer unter dem Druck, dass ein Kind etwas lernen muss – weil die Eltern genau das von der Schule erwarten. Ehrliche Kommunikation wäre gewesen, das offen auszusprechen: wie es mir dabei geht, und warum ich etwas vom Kind fordere. Stattdessen wird das Kind oft nur subtil dazu gebracht, sich „freiwillig“ um dies oder jenes zu kümmern.

Und viele von uns tragen ebenfalls ein Bild in sich,
wie Kinder sein müssten.

Kommunikation entsteht aus Haltung – nicht aus Regeln

Machen wir es kleiner:

Für mich bedeutet eine akzeptierende Grundhaltung: das Kind so anzunehmen, wie es ist – ohne es zu bewerten oder zu vergleichen.

Eine Schule, in der der Einzelne gesehen wird,
wahrgenommen wird,
respektiert wird
und nicht bevormundet wird,

lernt den Kindern schon am meisten über Kommunikation.

Denn sie schätzt die Kinder wert.
Sie akzeptiert sie.
Sie respektiert sie.
Und sie lässt ihnen Entfaltungsraum.

Einmal habe ich von einer Kita-Erzieherin gehört, die mit den Kindern gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg praktiziert. Genau das meine ich: ein sehr positives Beispiel, wie diese Haltung im Alltag aussehen kann.

Gleichzeitig braucht es klare Grenzen.

Damit klar ist,
was akzeptiert ist
und was nicht.

Die körperliche und seelische Unversehrtheit
aller Beteiligten –
ob Schüler oder Lehrer –
steht an oberster Stelle.

Egal, ob real, oder in der Sprache.

Wenn das gegeben wäre,
müssten wir uns um Kommunikation kaum noch kümmern.

Denn die richtige, akzeptierende Grundhaltung
wäre schon da.

Sich selbst gegenüber.
Und anderen gegenüber.

Was nehmen wir aus der Schule mit – und was tragen wir weiter?

Wenn wir so einer Grundhaltung über längere Zeit begegnen,
gehen wir respektvoll mit uns und mit anderen um.

Wir haben nicht das Bedürfnis, jemanden zu dominieren.
Müssen uns nicht vergleichen und bewerten.

Und wenn wir dann noch entdeckt bekommen,
wie wir einzigartig sind,
was uns im Kern ausmacht,

dann hätten wir eine sehr gesunde Basis
für jede weitere Kommunikation.

Jetzt stehen wir als Kultur an einem anderen Punkt.

Jeder Einzelne ist gefragt,
sich mit sich selbst,
seiner Biografie,
seinen Erfahrungen
und seinen Wünschen auseinanderzusetzen.

Um dann festzustellen,
welche Art von Kommunikation ihm selbst gut täte.

Und diese Haltung
auch anderen gegenüber zu leben.

Einladung zur Selbstklärung

Wenn Du beim Lesen gemerkt hast,
dass Dich diese Gedanken berühren,
dann lohnt es sich, deiner eigenen Art zu kommunizieren Raum zu geben.

Im Abend der Klarheit halte ich regelmäßig einen Raum,
in dem solche Fragen angeschaut werden können.

Mit Respekt vor Deinem Weg.
Mit Zeit zum Nachdenken.
Und ohne Druck.

Mehr Informationen findest Du hier:

Warum sollte Kommunikation schon in der Schule eine größere Rolle spielen?

Weil die Schule oft schon die Bedingungen verhindert, unter denen gute Kommunikation überhaupt entstehen kann – bevor man über Kommunikation im Detail spricht, müsste man eigentlich die Schule selbst verändern.

Wie lernen Kinder Kommunikation am besten?

Genauso, wie sie ihre Muttersprache lernen: durch Sprechen, Zuhören und Anwenden – nicht durch Belehrung.

Was macht für mich eine gute Lernbegleitung aus?

Dass sie das Kind zuerst annimmt und versteht, wie es denkt, was es interessiert und wie es selbst lernen möchte.

Wie hängen klare Grenzen und gute Kommunikation zusammen?

Für mich stehen sie nicht im Widerspruch: Eine akzeptierende Haltung braucht trotzdem klare Grenzen, damit die Unversehrtheit aller Beteiligten gewahrt bleibt.

Rosafarbenes Blüten-Mandala als Symbolbild

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Andrea Sam, Coach und Beraterin, vor Felsen in der Natur

Ich bin Andrea Sam — Coach, Beraterin und Seminarleiterin mit jahrzehntelanger Erfahrung in Kommunikation, Konfliktmanagement und persönlicher Entwicklung. Ich begleite Menschen, die Klarheit suchen — im Gespräch, in schwierigen Situationen und in sich selbst. Mein Ansatz ist ganzheitlich, nah am Menschen und nah an der Wirklichkeit.

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